Pillen mit Mikrochips

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Berlin -

Ein neuer oral einzunehmender Mikrochip soll künftig den Patienten bei der Einnahme seiner Arzneimittel unterstützen: Der Chip registriert dabei die Identität und den Einnahmezeitpunkt. Bei Fehleinnahme oder vergessener Applikation könnten  Ärzte oder Pfleger den Patienten anschließend kontaktieren und ihn entsprechend beraten. Der Medizintechnikhersteller Proteus Digital Health hat die Zulassung für den Mikrochip von der US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Das Medizinprodukt soll dabei künftig in Arzneimittel eingebaut werden.

 

Die Informationen, die der Chip aufnimmt, werden an ein Pflaster übertragen, dass sich der Patient auf die Haut klebt. Das Pflaster kann wiederum die Daten mit Hilfe einer speziellen Software auf ein Mobiltelefon übertragen. Da die Batterie des Pflasters nur sieben Tage hält, muss es wöchentlich gewechselt werden.

Der Mikrochip besteht vorrangig aus Silikon und ist etwa ein Quadratmillimeter groß. Eine Batterie ist laut Hersteller nicht nötig: Über die Magensäure und zwei leitfähige Kontakte lädt er sich selbst auf. Auch die Ausscheidung erfolge vorrangig inert: Kleine Mengen von Kupfer und Magnesium können dem Hersteller zufolge zwar gelöst werden, der Chip wird jedoch unverdaut wieder ausgeschieden.

Neben dem Einnahmezeitpunkt könne auch die Herzfrequenz, Körperlage und Aktivität des Patienten mit dem Mikrochip erfasst werden, so der Hersteller. Sofern der Patient einwilligt, können Ärzte und Pfleger die Informationen auf ihrem Mobiltelefon empfangen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Ziel ist es, die Compliance des Patienten zu fördern.

 

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