Parkinson-Pflaster: Sprühen statt kleben

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Berlin - Parkinson-Patienten nehmen Tabletten oder Kapseln ein; alternativ stehen transdermale Pflaster zur Verfügung. Ein Unternehmen aus Berlin hat ein innovatives Sprühpflaster entwickelt, dass eine diskrete Anwendung möglich macht sowie einen höheren Wirkungsgrad erzielt.

Das Sprühpflaster Liqui-Patch vom Hersteller Epinamics kann bei verschiedenen Wirkstoffen einsetzt werden. Vorerst ist der Einsatz bei Parkinson geplant. Die Darreichungsform beruht auf einer filmbildenenden Technologie, in der die Wirkstoffe in einer wässrig-ethanolischen Lösung gelöst vorliegen. Pro Sprühstoß werden aus dem Pumpspray 50 oder 100 µl freigesetzt. „Aufgrund der eingesetzten kleinen Volumina trocknet das Alkohol-Wirkstoff-Gemisch nach Aufsprühen in 90 Sekunden“, sagt Geschäftsführer Professor Dr. Wolfgang Kehr. Nach Anwendung entstehe ein transparenter, stabiler, flexibler sowie wasserdampfdurchlässiger Film, der eine Hautatmung ermögliche.

Für die Filmbildung ist ein Polyurethan-Acrylat-Copolymer verantwortlich. Das Polymer ermöglicht eine Übersättigung der Lösung, ohne dass es zu einer Kristallisation des Arzneistoffs kommt. Wirkstoffe haben unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften, daher wird die Basisformulierung entsprechend adaptiert. Die Verträglichkeit wurde in einer placebo-kontrollierten Studie, bei der 20 Probanden vier Wochen lang das Spray an der gleichen Stelle verwendeten, nachgewiesen. „Um eine gute Hautverträglichkeit zu erreichen, müssen mindestens 10 Prozent Wasser verwendet werden“, ergänzt Kehr.

Die Wirkstofflösung sollte – wie die gängigen wirkstoffhaltigen Pflaster – auf eine trockene, intakte Haut aufgebracht werden. Die auf dem Markt befindlichen transdermalen Pflaster mit Rotigutin bei der Indikation Parkinson werden einmal täglich aufgeklebt und wirken über 24 Stunden, beispielsweise Leganto (Bayer) sowie Neupro (UCB). Kehr empfiehlt bei seiner Darreichungsform, die bereits in neun Ländern sowie in Europa und in den USA patentiert ist, auch eine einmal tägliche Applikation. Eine Anwendung nach dem Duschen sei empfehlenswert, da sich der Film bei Kontakt mit Seife und warmen Wasser auflöse.

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