Bakterien lähmen statt töten

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Berlin - Der Kampf gegen Antibiotika-resistente Keime geht weiter: Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben zusammen mit weiteren Kollegen eine Methode entdeckt, die die Erreger bewegungsunfähig macht. So können sie nicht in den menschlichen Körper eindringen und infektiös wirken. Dies könnte ein neuer Therapieansatz sein. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „PLOS Biology“ veröffentlicht. 

Die Antibiotikaresistenzentwicklung hat nach dem Robert Koch-Institut (RKI) zwei entscheidende Grundlagen: Zum Einen sind resistente Erreger und übertragbare Resistenzgene vorhanden. Zum Anderen wird aufgrund der eingesetzten Antibiotika ein Selektionsdruck zugunsten dieser Keime ausgeübt. Eine Vielzahl der humanpathogenen Bakterien spricht bereits nicht mehr auf die gängigen Arzneistoffe an, was die Therapie zunehmend erschwert.

Viele Bakterien bilden Flagellen aus, die der Fortbewegung dienen. Die Ausbildung eines neuen Flagellums beruht auf der Anlagerung verschiedener Proteine in der Zellmembran zu einer Pore, die auch gleichzeitig Bestandteil eines spezifischen Proteintransportsystems Typ-III-Sekretionssystem (T3SS) ist. Dieses System ähnelt der Struktur der molekularen Spritzen, die viele Keime haben um Giftstoffe in die Wirtszellen zu bringen.

T3SS dient der Sekretion bakterieller Proteine, die es den Bakterien ermöglicht, Wirte zu infizieren. Sowohl Flagellen als auch die Giftspritzen sind notwendig, damit die Erreger eine Infektion hervorrufen. „Gelänge es, diese Werkzeuge auszuschalten, wären die Bakterien für den Menschen harmlos“, sagt Dr. Marc Erhardt, Leiter der Nachwuchsgruppe „Infektionsbiologie von Salmonellen“ am HZI.

 

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