So tricksen Yersinien das Immunsystem aus

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Berlin - Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben herausgefunden, wie bestimmte Enterobakterien eine akute Infektion in eine chronische schalten. Das ist der im Fachjournal „Plos Pathogens“ veröffentlichten Studie zu entnehmen.

Enterobakterien der Gattung Yersinia sind Verursacher von Magen-Darminfektionen. Der bekannteste Vertreter ist Y. pestis, der Erreger der Pest. Weiterhin gibt es andere Arten wie Y. enterocolitica und Y. pseudotuberculosis, die meist über verunreinigte Nahrungsmittel in den Körper eindringen und schwere Durchfallerkrankungen oder Erbrechen auslösen können. Infektionen durch bakterielle Pathogene wie Yersinien führen dazu, dass Immunreaktionen in Gang gesetzt werden. In der Folge bildet sich eine akute Erkrankung aus, wenn die Mehrheit der Keime nicht erfolgreich vom Immunsystem beseitigt wird.

Diese Krankheitserreger haben zudem die Eigenschaft, dass sie über einen längeren Zeitraum im Körper persistieren können, ohne Symptome hervorzurufen. Sie können jedoch später reaktiviert werden und Beschwerden hervorrufen. Einige persistente Infektionen führen aber auch zu klinisch sichtbaren chronischen Symptomen wie Arthritis und Autoimmunerkrankungen. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, wie die Bakterien das schaffen, nicht vom Immunsystem ausfindig gemacht zu werden, und wie sie dabei Abwehrreaktionen gegen körpereigenes Gewebestrukturen fördern.

In der akuten Infektionsphase produzieren einige Yersinien unter anderem den Giftstoff CNFγ, den sie in die Zellen des Wirtes abgeben. Dort blockiert er die Zellteilung, was wiederum dazu führt, dass die Zellen immer größer werden und von den Yersinien leichter angegriffen werden können. Das Toxin verstärkt die Translokation der antiphagozytischen Yop-Effektoren und induziert Entzündungsreaktionen. „Mithilfe von CNFγ beschleunigen die Yersinien die Ausbreitung der Infektion und der Entzündung im Gewebe, bis die infizierten Zellen schließlich absterben“, sagt Professor Dr. Petra Dersch, Leiterin der Abteilung Molekulare Infektionsbiologie am HZI.

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