Neue Leitlinie: Nicht-dialysepflichtige Nierenerkrankung

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Berlin -

Ein Nierenleiden wird häufig von einem Allgemeinmediziner festgestellt. Frühzeitig erkannt, können Folgeerkrankungen minimiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGN) die S3-Leitline „Versorgung von Patienten mit nicht-dialysepflichtiger Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis“ erarbeitet. Im Fokus steht die Einstellung von Blutdruck und Blutzucker.

Die Leitlinie dreht sich um Erwachsene mit eingeschränkter, nicht-dialysepflichtiger chronischer Nierenerkrankung, die auf der hausärztlichen Versorgungsebene beraten und behandelt werden. Patienten unter 18 Jahren, Frauen während der Schwangerschaft und Patienten mit akutem Nierenversagen sind nicht Gegenstand der Leitlinie. Ziel ist es, die Progression zur dialysepflichtigen Nierenerkrankung zu verzögern oder ganz zu vermeiden.

Die Hauptaufgabe des Hausarztes besteht darin, einen eventuell erhöhten Blutdruck zu senken. Bei Diabetikern sollte ein guter Langzeitblutzuckerwert erreicht werden. Liegt der HbA1C-Wert dauerhaft über den Zielwerten, schädigt dies Gefäße und Nerven. Ein weiterer Kernpunkt der Leitlinie ist die engmaschige Überwachung des Kreatinin-Wertes: Die Monitoringintervalle sollen individuell vereinbart werden.

Der Hausarzt sollte bei festgestelltem Nierenleiden auch die weitere Medikation des Patienten anpassen: Wirkstoffe, die nephrotoxisch wirken, sollten nicht mehr vom Patienten eingenommen werden. Der Arzt sollte auch nach weiteren Medikamenten fragen, die außerhalb einer Verschreibung eingenommen werden. Nierenschädigungen verursachen meist keine Schmerzen. Daher werden durch Arzneistoffe verursachte Nierenschäden häufig spät bemerkt. Sie lassen sich in der Regel nur am plötzlichen Kreatinin-Anstieg erkennen. Mit 30 Prozent sind Medikamente die häufigste Ursache für ein akutes Nierenversagen.

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