Schmerztherapie

Neue Leitlinie für Langzeitanwendung von Opioiden

APOTHEKE ADHOC, 12.12.2019 14:24 Uhr

Berlin - Die S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen“ wird überarbeitet: Die Deutsche Schmerzgesellschaft (DGSS) hat in Zusammenarbeit mit Experten aus 22 Fachgesellschaften verschiedene Änderungen diskutiert. Bis zur endgültigen Fertigstellung bleibt jedoch die aktuelle Version gültig.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die S3-Leitlinie in diesem Bereich aktualisiert wird – im Jahr 2009 wurde sie erstmals veröffentlicht. Nun wurde die Konsultationsfassung der Überarbeitung für Interessierte zur Verfügung gestellt – bis zum 12. Januar kann sie kommentiert werden, bevor eine endgültige Fassung entsteht. Die neue Leitlinie soll der DGSS zufolge vor allem dazu dienen, den möglichen Nutzen und die Risiken der Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen zu bewerten.

Das Ziel ist außerdem die Förderung eines verantwortungsvollen Umganges von Ärzten und Patienten mit opioidhaltigen Analgetika in der Langzeitanwendung des chronischen Nicht-Tumorschmerzes. Bisher gibt es keine einheitliche, international anerkannte Definition einer Langzeitanwendung von opioidhaltigen Analgetika. Bei evidenzbasierten Empfehlungen wird in der Leitlinie nun jedoch zwischen einer zeitlich befristeten Anwendung der Opioide unterschieden: Die kurzfristige Anwendung von vier bis zwölf Wochen, mittelfristige Anwendung von 13 bis 26 Wochen und langfristige Anwendung bei mehr als 26 Wochen.

Zudem wurden die Empfehlungen einzelner Indikationsgebiete angepasst – zu den Anwendungsgebieten der Opioide zählen beispielsweise chronische Rückenschmerzen, Arthroseschmerzen, Nervenschmerzen wie die diabetische Polyneuropathie, oder Phantomschmerzen. Neu aufgenommen wurden evidenzbasierte Empfehlungen zum Restless- Legs-Syndrom, Parkinson, traumatischer Trigeminusneuropathie und chronischem Unterbauchschmerz der Frau durch ausgeprägte Verwachsungen oder multilokuläre Endometriose. Die potentiellen Indikationen für Opioide wurden jedoch durch verschiedene Empfehlungen eingeschränkt: So sollen vor Einleitung einer Therapie mit Opioiden die nicht-medikamentösen Therapieoptionen zunächst optimiert und medikamentöse Alternativen in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten mit Arthroseschmerzen soll die Anwendung nur dann erfolgen, wenn ein Gelenkersatz nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist, oder nicht-medikamentöse Therapien versagen, beziehungsweise Kontraindikationen anderer Analgetika vorliegen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Aposcope-Umfrage

Schlafmittel: Pro und contra Rx-Switch»

Intravitreale Injektionen

Eylea: Bayer plant Fertigspritze»

Generikahersteller

Neuraxpharm: Easy in Österreich»
Politik

„Das eRezept kommt“

#unverzichtbar: ABDA kapert DocMorris-Slogan»

BÄK und KBV in Brüssel

Lieferengpässe: Ärzte fordern europäisches Register»

EU-Dachverband

Parallelimporteure: Neue Studie, neuer Name»
Internationales

Absprachen zu Generika

Pay-for-Delay: EuGH macht ernst»

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»
Pharmazie

Aktualisierte Leitlinie

Posttraumatische Belastunggstörung – Kinder wurden ergänzt»

Änderung des Lebensstils

Diabetes: Bewegung ersetzt Arzneimittel»

Hautkrebsrisiko

Leo Pharma ruft Picato zurück»
Panorama

Ziel: 300 Millionen Kinder impfen

Müller würdigt Impfallianz Gavi»

„Die Lage ist prekär“

Klinikärzte: Am Limit»

Darolutamid

Prostatakrebs-Mittel von Bayer in Japan zugelassen»
Apothekenpraxis

Spendenaktion in der Apotheke

Kalenderabgabe: Lust statt Frust»

Franchisekonzept

Easy in der Welt der Wunder»

Lieferengpässe und Rechenfehler

Cannabisrezepturen: Kassen retaxieren wild drauf los»
PTA Live

Beratungstipps

Fresh-up: Trockene Augen »

Anpassung des Packmittels nach NRF

Tilray: Vollspektrum in neuer Verpackung»

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipp

Tot oder lebendig – Viren vs. Bakterien»

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Darmkrebs: 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr»

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»