Neubewertung von Hormonersatztherapien

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Berlin - Die Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Beschwerden in den Wechseljahren“ galt über zehn Jahre lang. Nun wurde sie von den deutschsprachigen Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe komplett überarbeitet. In den Fokus ist insbesondere die Hormonersatztherapie (HRT) gelangt – hier geht es um eine ausführliche Nutzen-Risiko-Bewertung.

Für Gynäkologen sei die Beratung von Frauen mit klimakterischen Beschwerden komplizierter geworden, da immer mehr Patientinnen direkt zu Beginn der Beschwerden eine Hormonersatztherapie (HRT) wünschten. Die Einnahme von Hormonen kann bei jeder Frau zu individuellen Nebenwirkungen führen. Auch der noch vorhandene Östrogen-Spiegel ist wichtig für die Einstellung der Therapie. In der Apotheke werden hingegen häufig pflanzliche Mittel zur Linderung der Beschwerden nachgefragt – hier ist die Evidenzlage jedoch beschränkt. In die neue S3-Leitlinie wurden aktuelle Studien zur Risikobewertung einer HRT mit einbezogen.

Risiko HRT

Die Auswirkungen einer HRT auf den Körper sind vielfältig, bezogen auf das Herz-Kreislauf-System steigt insbesondere das Thromboembolie-Risiko. Das Supplementieren von Hormonen hat auch Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel – Frauen mit vorhandener Gebärmutter können zur Therapie der Osteoporose eine Hormonersatztherapie in Anspruch nehmen. Auch auf Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Erkrankungen wie Demenz haben die Hormone einen Einfluss.

Unter der Einnahme von Östrogenen kommt es meist zu einer Besserung des Haarwuchses und zu positiven Veränderungen der Haut, sodass einige Frauen die Hormontherapie auch aus ästhetischen Gründen wünschen. Denn die Alterung der Epidermiszellen wird durch einen Östrogenmangel zusätzlich zu exogenen Faktoren beschleunigt. In der Folge verlangsamt sich die Keratinozytenerneuerung. Die Folge: Es kommt zu einer Xerose im Stratum corneum – die Haut wird trocken. Nach dem Absinken des Östrogenspiegels steigt die Faltenbildung. Auch die Wangen nehmen an Volumen ab und erscheinen eher eingesunken.

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