Posttraumatische Belastunggstörung – Kinder wurden ergänzt

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Berlin -

Die bisherige Leitlinie „Posttraumatische Belastungsstörungen“ aus dem Jahr 2011 wurde überarbeitet und aktualisiert. Neben der Anpassung einer angemessenen medikamentösen Therapie wurde die Leitlinie um zwei Kapitel erweitert: „Behandlung von Kindern und Jugendlichen“ und „Komplexe Posttraumatischen Belastungsstörungen“.

Diagnose bei Kindern und Jugendlichen

Die Befunderhebung sollte durch einen Selbst- und Fremdbericht erfolgen. Dabei ist ein altersadäquates Vorgehen wichtig. Der familiäre und kulturelle Kontext ist zu berücksichtigen. Eltern und Bezugspersonen können wichtige Informationen zu Erlebnissen in der Vergangenheit liefern.

Es wird ein PTBS-spezifisches Screening-Verfahren mit strukturierten klinischen Interviews und speziellen Tests empfohlen. Potenziell gefährdende Begeleitsymptome wie eine mangelnde Affektregulation und Impulskontrolle, dissoziative Symptome, Substanzmissbrauch, Selbstverletzungen, Suizidalität und/oder Störungen des Sozialverhaltens müssen diagnostisch abgeklärt werden.

Therapie bei Kindern und Jugendlichen

Es wird eine traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. Der Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sind zu berücksichtigen. Die Eltern oder Bezugspersonen werden intensiver als bei Erwachsenen in die Therapie miteinbezogen. Von einer Psychopharmakotherapie wird bei Minderjährigen grundsätzlich abgeraten. Aufgrund ihres Suchtpotenzials sollten auch keine Benzodiazepine eingesetzt werden.

Ergänzend sollten weiterere Risikofaktoren wie „Viktimisierung“ bei Opfern von Gewalt fokussiert werden. Der Begriff steht dafür, dass Betroffene das Geschehen nicht verarbeiten, sondern selbst immer wieder in die Opferrrolle zurückfallen. Bei schwerwiegenden komorbiden Störungen und akuter Suizidalität sind vor dem Therapiebeginn geeignete Interventionen einzuleiten. Zu Behandlungsbeginn sollte ebenfalls die aktuelle Gefährdung (anhaltende Bedrohung durch Täter) abgeklärt werden.

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