Nebenwirkungen auch bei niedriger Dosierung

MCP: Massiver Blutdruckanstieg möglich Alexandra Negt, 18.11.2019 12:32 Uhr

Berlin - Metoclopramid (MCP) kann zu Herzproblemen führen – und sollte daher bei Patienten mit Vorbelastung nicht eingesetzt werden. Eine entsprechende Änderung der Fach- und Gebrauchsinformation hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nach Analyse der ersten Langzeitberichte zum Nutzen-Risiko-Profil entschieden. Auch bei geringen Dosen und einer kurzen Anwendungsdauer treten schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf.

Die Auswertung von zwei europäischen Sicherheitsberichten bestätigt die Annahme der Behörde, dass auch bei bestimmungsmäßigem Gebrauch von MCP mit gravierenden Nebenwirkungen zu rechnen ist. Folglich fordert die EMA eine Anpassung aller Fach- und Gebrauchsinformationen an den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand. Sie spricht sich für die Änderung bei allen MCP-haltigen Fertigarzneimitteln aus, unabhängig davon, ob diese bereits zugelassen sind, oder sich noch im Zulassungsverfahren befinden.

Unter der Einnahme von MCP kann es zu einem starken Blutdruckanstieg kommen. Patienten berichten von merklichen Symptomen wie spürbaren Puls oder Herzrasen. Dieser Zustand kann bis zu sechs Stunden anhalten. Bei Patienten mit schwerer Hypertonie sollte die Anwendung unterlassen werden. Der Hinweis auf vorrübergehende Hypertonie soll mit „Häufigkeit unbekannt“ aufgenommen werden. Die Gebrauchsinformationen sollten ebenfalls um einen Hinweis auf starken Blutdruckanstieg ergänzt werden.

In diesem Jahr wurde der Punkt der unerwünschten Arzneimittelwirkungen aktualisiert. Die EMA sprach sich im Juli für die Aufnahme von ophthalmischen Nebenwirkungen aus: Sehstörungen und okulogyre Krisen (Blickkrämpfe) wurden in allen Fachinformationen ergänzt. Anfänglich zeigt sich diese Krise durch allgemeines Unwohlsein und einen starren Blick. Später folgt das „Hochdrehen“ der Augäpfel, diese verkrampfen für längere Zeit und verbleiben in dieser Position. Solche Augenreaktionen können ein erstes Anzeichen für eine generelle Dystonie sein. Unter diesem Krankheitsbild versteht man Bewegungseinschränkungen aufgrund von Störungen des motorischen Zentrums im Gehirn. Beschwerden äußern sich in Athetosen (Gelenküberdehnungen), Tremor (Zittern), Ballismus (Schleuderbewegungen der Extremitäten) und Chorea (unwillkürliche, rasche Bewegungen).

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