Infektionen: Bakteriophagen als Plan B

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Berlin - Immer mehr Keime sprechen auf die gängigen Antibiotika nicht mehr an. Wissenschaftler weltweit sind auf der Suche nach wirksamen Alternativen. Dazu zählen beispielsweise Bakteriophagen, die in Osteuropa bereits in der Therapie der bakteriellen Infektionen etabliert sind. Dieses Thema greift das ZDF-Magazin „plan b” am Samstag um 17.35 Uhr auf.

In der Sendung „Heilen ohne Antibiotika” gehen die Redakteure der Frage nach, wie Infektionen anders behandelt werden können, da Antibiotikaresistenzen zugenommen haben. Sie stellen in diesem Zusammenhang die Bakteriophagen vor, die als Viren bakterizid wirken. Vorgestellt wird der Patient Ekkehard Eichler aus Brandenburg, bei dem sich nach einer Herz-Operation antibiotikaresistente Krankheitserreger in der Operationswunde festgesetzt und sein Brustbein angegriffen hatten. Als Folge trat eine Knochenhautentzündung auf. Die Ärzte hierzulande rieten ihm zu einer Amputation. Hier begannen seine Forschungen zu Alternativen; dann lernte er die Bakteriophagen kennen.

Weiterhin geht es in der Sendung um das Eliava-Institut in Tiflis, das einen großen Erfahrungsschatz hinsichtlich der Therapie mit Bakteriophagen besitzt. In osteuropäischen Ländern wie Georgien werden Phagen-Mischungen rezeptfrei in der Apotheke verkauft. In Deutschland gibt es bislang keine zugelassene Form dieser Viren. Sie sind nur in Form eines compassionate-use im Sinne der Helsinki-Deklaration einsetzbar.

Doch das soll sich bald ändern: „In Deutschland versuchen Wissenschaftler, die Bakteriophagen aus Tiflis auch für die EU zugänglich zu machen. Allerdings lassen sich die Viren nicht mit den bisher gültigen Zulassungsverfahren für neue Arzneimittel zusammenbringen”, heißt es weiterhin in der Ankündigung. Eine erste Studie sei auf den Weg gebracht: Mikrobiologen vom Leibniz-Institut suchten bereits nach Phagen, die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts dann aufbereiten. Die Wirkungen würden von Ärzten der Berliner Charité geprüft.

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