Herzinfarktrisiko

Diclofenac so gefährlich wie Vioxx APOTHEKE ADHOC, 31.05.2013 12:25 Uhr

Berlin - Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) erhöhen nach längerer Einnahme hoher Dosen das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, genauso stark wie die bereits vor Jahren in die Diskussion geratenen COX-2-Hemmer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse, die britische Forscher im Fachjournal „Lancet“ veröffentlicht haben. Anders als bei Diclofenac und womöglich auch bei Ibuprofen konnten die Forscher bei Naproxen dagegen keinen negativen Effekt beobachten. 

Die Forscher werteten Daten von 280 placebokontrollierten Studien mit 125.000 Probanden aus sowie 474 Studien mit 230.000 Patienten, bei denen verschiedene Wirkstoffe miteinander verglichen worden waren.

Zwischenfälle wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kamen unter Diclofenac dreimal so oft vor wie in der Placebo-Gruppe. Das bedeutet, dass bei 1000 Patienten, die ein Jahr lang mit dem Entzündungshemmer behandelt werden, drei zusätzliche vaskuläre Zwischenfälle auftreten, einer von ihnen mit tödlichem Ausgang. Dies entspricht der Quote unter den Coxiben.

Auch bei Ibuprofen war das Risiko teilweise signifikant erhöht. Dagegen konnte unter Naproxen kein Unterschied zu Placebo festgestellt werden – hier spielen offenbar protektive Effekte eine Rolle. Alle drei Wirkstoffe erhöhten das Risiko für gastrointestinale Komplikationen.

Vor allem Patienten, die täglich 150 Milligramm Diclofenac oder 2400 Milligramm Ibuprofen einnehmen, sind den Forschern zufolge gefährdet. Allerdings warnen die Wissenschaftler davor, den Nutzen der Präparate in der Diskussion auszublenden.

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