Neurodegeneration

Erste Riluzol-Suspension für ALS-Patienten Nadine Tröbitscher, 22.02.2017 09:12 Uhr

Berlin - Für Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) steht mit Teglutik (Riluzol) erstmalig eine Suspension zur Verfügung. Bislang war der Wirkstoff, der als Therapiestandard gilt, nur als Tablette im Handel. Da Schluckbeschwerden zu den häufigsten Beschwerden der Erkrankung zählen, soll die neue Formulierung die Therapie vereinfachen. Teglutik kann oral oder über PEG-Sonde appliziert werden.

Riluzol ist derzeit der einzige zugelassene Wirkstoff zur Behandlung der ALS und verlängert die Überlebensdauer der Patienten. Die Tabletten sind generisch, der auf ZNS-Erkrankungen spezialisierte Hersteller Desitin hat seit Oktober mit Teglutik eine Alternative im Sortiment.

Als Natrium-Kanal-Blocker schwächt Riluzol die Wirkung des Neurotransmitters Glutamat ab. ALS-Patienten weisen eine hohe Glutamatkonzentration im Liquor auf. Der erregende Neurotransmitter spielt eine wichtige Rolle für die Pathogenese der Erkrankung.

Riluzol verlangsamt die Krankheitsprogression und kann das Überleben der Patienten verlängern. Teglutik besitzt eine nektarartige Konsistenz; in gelöster Form besitzt der Wirkstoff einen lokalanästhetischen Effekt von etwa 20 bis 30 Minuten. Die Gabe von 10 ml Suspension bietet die gewohnte Dosierung 50 mg und wird zweimal täglich verabreicht.

Das Arzneimittel ist über einen integrierten Adapter leicht zu entnehmen und kann oral oder über die PEG-Sonde verabreicht werden. Dosierungs- und Anwendungsfehler, wie sie durch das Zerkleinern der Tabletten möglich sind, können minimiert werden. Gleichzeitig sinkt die Gefahr der Aspiration; Patienten wird die Angst vor dem Verschlucken genommen.
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