Schönheit zum Trinken

Elasten: Und das Kollagen wirkt doch

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Berlin -

Glatte und pralle Haut – Trinkampullen mit Kollagen versprechen Schönheit von innen und sollen die Haut durchfeuchten, elastisch und faltenfrei machen. In der letzten Zeit sind zahlreiche Kollagen-Shots auf den Markt kommen, aber halten die Produkte, was sie versprechen? Vorreiter ist Elasten (Quiris), für das erst vor Kurzem Studienergebnisse vorgestellt wurden.

Kollagen-Trinkampullen aus der Apotheke kosten in Packungen zu 28 beziehungsweise 30 Stück zwischen etwa 50 und 100 Euro. Die Präparate rufen nicht nur Fans, sondern auch Skeptiker auf den Plan. So heißt es beispielsweise: Das Kollagen komme nicht da an, wo es auch benötigt werde, oder gehe im Magen kaputt. Dass die orale Anwendung von Kollagen durchaus erfolgreich sein kann, belegen Studien von Professor Dr. Martina Kerscher zu Elasten.

„Bisherige Studien konnten nachweisen, dass das Trinkkollagen mit dem einzigartigen [HC]-Kollagen-Komplex die natürlichen Kollagenstrukturen in den tiefen Hautschichten wieder stärkt und so die Haut am ganzen Körper festigt und strafft“, teilt Quiris mit. Die Studien verglichen Elasten und Placebo. Das Verum enthält 2,5 g Kollagen-Peptide des [HC]-Kollagen-Komplex, 666 mg Acerolafrucht-Extrakt, 80 mg Vitamin C, 3 mg Zink, 2,3 mg Vitamin E und 50 µg Biotin. Pro Tag sollte der Inhalt einer Ampulle morgens zu oder nach einer Mahlzeit über mindestens drei Monate getrunken werden. Inhaltsstoffe des Placebos waren Kaliumsorbat, Natriumbenzoat, Carboxymethylcellulose, Zitronensäure, natürliches Aroma und Wasser.

72 Frauen im Alter von mindestens 35 Jahren mit gesunder Haut nahmen an der Studie teil. Ausgeschlossen wurden beispielsweise Frauen, die sieben bis zehn Tage vor Studienbeginn wirkstoffhaltige Pflegeprodukte benutzt hatten, an Hautkrankheiten litten, Allergien aufwiesen oder ins Solarium gingen. Außerdem mussten die Teilnehmerinnen ihre Lebensgewohnheiten beibehalten und durften keine Änderung der hormonellen Therapie vornehmen. Die Studiendauer betrug zwölf Wochen. Die Probandinnen wurden vor der ersten und nach zwölfwöchiger Einnahme sowie nach einem Beobachtungszeitraum von vier Wochen ohne Anwendung dermatologisch untersucht. Berücksichtigt wurden unter anderem die Parameter Hautfestigkeit, Hautelastizität, Hautrauigkeit und Kollagen-Struktur.

Das Ergebnis zeigt für Elasten nach drei Monaten eine Verbesserung der Hautfeuchtigkeit um bis zu 45 Prozent, Verbesserung der Elastizität der Haut um bis zu 40 Prozent. Faltenvolumen und Rauigkeit konnten ebenfalls um bis zu 40 Prozent minimiert werden. Weitere Studien bestätigen die Ergebnisse.

Dr. Jan-Christoph Kattenstroth, Leiter Medical Affairs Quiris, beantwortet die Frage, ob die kurzkettigen Kollagen-Peptide nicht von der Magensäure zerstört werden. Ja, nach oraler Gabe würden die die Enzyme der Magenpassage die Kollagen-Peptide weiter zerkleinern. „Durch den Verkleinerungsprozess werden die bereits kleinen Peptide zu noch kleineren Bruchstücken aus drei oder zwei zusammenhängenden sowie einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Dies ist für eine effektive Aufnahme der Peptide und Aminosäuren im Dünndarm notwendig. Würden die Peptide ohne vorherigen Kontakt mit der Magensäure in den Dünndarm gelangen, wäre die Bioverfügbarkeit deutlich geringer.“ Demnach ist der Verdauungsprozess für die Wirkung von entscheidender Bedeutung.

Im Dünndarm werden die kleinen Peptide und freien Aminosäuren über spezielle Transporter in der Schleimhaut aufgenommen und über das Blutgefäßsystem in die Haut und andere Gewebe wie Muskeln, Gelenke und Knorpel transportiert. Die Peptide seien in der Haut bis zu 14 Tage nachweisbar, da diese mit den kollagenbildenden Zellen – den Fibroblasten – in den tiefen Hautschichten interagierten und diese anregen, mehr Kollagen zu produzierten. „Der große Vorteil ist, dass ein körpereigener Prozess angestoßen wird, der naturgemäß sehr viel effektiver ist als eine künstliche Zufuhr kurzfristiger Maßnahmen wie zum Beispiel mit Hyaluronsäure von außen.“

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