Demenzimpfstoff zur Vorbeugung und Behandlung?

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Berlin - Ein neuartiger Impfstoff konnte im Tiermodell die mit Alzheimer verbundene Neurodegeneration verhindern. Doch auch gegen bereits bestehende Veränderungen im Gehirn soll er helfen können. Im nächsten Schritt soll die Vakzine am Menschen getestet werden.

Die Impfstoff-Studie wurde vom Institute for Molecular Medicine und der University of California, Irvine durchgeführt. Der getestete Impfstoff soll Antikörper gegen die Verklumpungen von Amyloid- und Tau-Proteinen erzeugen und diese somit verhindern. Tau-Proteine spielen eine wichtige Rolle für die gesunde, normale Funktion eines Gehirns. Alzheimer beginnt, wenn normale Tau-Proteine durch Trunkation pathologisch werden: Struktur und Funktion werden verändert. Die ungesunden Tau-Proteine binden sich aneinander und es entstehen Verklumpungen, die sich im Gehirn ausbreiten und die Krankheit verursachen. Die Verteilung dieser Klumpen zeigt eine starke Korrelation mit klinischen Symptomen bei Patienten.

Die Forscher konnten zeigen, dass der Impfstoff zu einer signifikanten Abnahme der Tau- und Amyloid-Akkumulation im Gehirn der Mäuse führte. Der Impfstoff kombiniert damit den Fokus auf zwei verschiedene Proteine: Viele bisher gescheiterte Alzheimer-Behandlungen der letzten Jahre konzentrierten sich einzeln auf die Reduktion von Amyloid- oder Tau-Proteinen. Neue Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass eine synergistische Beziehung zwischen den beiden toxischen Proteinen möglicherweise die Neurodegeneration vorantreibt. Daher könnte eine Kombinationstherapie der effektivste Weg sein, um diese Art von Demenz zu verhindern.

Um beide Proteinarten zu bekämpfen, wurden zwei Impfstoffe, die als AV-1959R und AV-1980R bezeichnet werden, kombiniert. Der Impfstoff besitzt zudem ein neuartiges Adjuvans: „Advax“ wurde von einem Team australischer Forscher entwickelt, um die Immunogenität des Impfstoffs zu verbessern. Die neue Formulierung biete das Potenzial, sowohl als vorbeugender Impfstoff gegen die Entwicklung von Neurodegeneration sowie auch als Heilmittel bei Patienten mit Verklumpungen der Tau- und Amyloid-Proteine. In den Tiermodellen konnten so die Entwicklung von Gedächtnisverlust verhindert werden, bevor es zu Proteinansammlungen kam. Bereits vorhandene Ansammlungen konnten jedoch auch verringert werden.

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