Schlafmangel kann Alzheimer begünstigen

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Berlin - Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf den Körper aus. Insbesondere bei älteren Menschen finden sich bei anhaltendem Schlafmangel auffällige Blutwerte. Das Level der Tau-Proteine, die an der Entstehung von Morbus Alzheimer beteiligt sind, steigt im Blutplasma bereits nach wenigen Nächten mit zu wenig Schlaf an. Liegt es vermehrt vor, so verändert es sich in seiner chemischen Struktur. Dadurch kann das Protein funktionslos werden – der Nährstofftransport zu den Nervenzellen ist nicht mehr ausreichend gesichert.

Schwedische Forscher beschäftigten sich mit der Frage, ob akuter Schlafmangel die Spiegel von im Plasma messbaren, mit Alzheimer assoziierten Biomarkern bei jungen Erwachsenen beeinflusst. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Dr. Christian Benedict vom Institut für Neurowissenschaften an der Universität Uppsala untersuchte dafür 15 junge Männer in zwei standardisierten Studienphasen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 22 Jahre alt. In der ersten Studienphase wurden die Probanden aufgefordert, ihren gewohnten Schlafrhythmus beizubehalten. Im zweiten Abschnitt mussten sie dann auf Schlaf verzichten – jede zweite Nacht blieben sie wach. Ein typischer Biomarker für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit sind Tau-Proteine. Die Forscher bestimmten die Protein-Plasmaspiegel am Abend und am Morgen nach jeder Intervention.

Die Analyse zeigte einen Anstieg der Werte: Die Konzentration nach Schlafmangel war um über 17 Prozent höher als nach einer normalen Nacht. Ein weiterer Biomarker, der untersucht wurde, war Amyloid beta. Diese im Körper natürlich vorkommenden Proteine können im gesunden Gehirn problemlos gespalten und abgebaut werden. Bei Alzheimer-Erkrankten ist dieser Stoffwechselvorgang gestört und die Eiweiße sammeln sich als langkettige, giftige Oligomere an. Schlafmangel scheint hier keinen Einfluss zu haben – die Werte blieben auch nach wachen Nächten konstant.

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