Neue Schmerz-Skala für Demenz-Patienten

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Berlin - Bei einer Demenzerkrankung kann die Diagnose von Schmerzen unter Umständen schwierig sein: Die Betroffenen sind je nach Ausmaß der Erkrankung nicht in der Lage, ihre Beschwerden zu äußern oder zu lokalisieren. Eine neue Skala erlaubt nun die Fremdbeurteilung von Schmerzen bei Demenzpatienten anhand von Gesichtsausdruck, Körperbewegung und Lautäußerungen.

Die Selbstauskunft von Demenzerkrankten ist häufig eingeschränkt: Häufig führen die üblichen Methoden zur Schmerzbeurteilung zu einer erheblichen Unterschätzung der Schmerzintensität. Die Folge ist eine unzureichende Therapie mit Medikamenten wie Analgetika. Um diese Hürde zu überwinden und die Schmerztherapie von Demenzpatienten zu verbessern, wurden verschiedene Fremdbeurteilungsskalen entwickelt. Diese sollen Schmerzzustände anhand von bestimmten Verhaltensweisen beurteilen. Hauptsächlich werden dafür Gesichtsausdruck, Bewegungen und Lautäußerungen verwendet.

Ein Team der medizinischen Fakultät Augsburg hat die „Pain Assessment in Impaired Cognition (PAIC) 15 Skala“ entwickelt: Diese Fremdbeurteilungsskala beurteilt jeweils fünf Verhaltensweisen aus den Kategorien Gesichtsausdruck, Bewegungen und Lautäußerungen. Im Bereich Gesichtsausdruck wird beispielsweise Zusammenkneifen der Augen, Hochziehen der Oberlippe oder Öffnen des Mundes beurteilt. Jede Verhaltensweise ist mit einer kurzen Erklärung veranschaulicht.

Jede der 15 Verhaltensweisen wird nach Auftreten und Intensität beurteilt: Null Punkte stehen dabei für überhaupt nicht zutreffend, drei Punkte stellen mit einer starken Ausprägung das Maximum dar. Zum Schluss werden die Punkte addiert – ein Gesamtwert von über fünf Punkten deutet auf mögliche Schmerzen hin. Wichtig ist, dass die Beurteilung in Ruhe und während Aktivitäten des täglichen Lebens vorgenommen wird – denn das Auftreten von Schmerzen bei körperlicher Aktivität ist wahrscheinlicher. Über eine Zeitspanne von mindestens drei Minuten sollten die Patienten beobachtet werden.

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