Copaxone/Clift: Teva stoppt Mylan

, Uhr

Berlin - Copaxone (Glatirameracetat) bleibt in der Dosierung à 40 mg/ml offenbar vorerst vor Konkurrenz geschützt: Nachdem das Europäische Patentamt Ende März das Patent EP 2949335 des Originalherstellers Teva bestätigt hat, wurde jetzt dem Mitbewerber Mylan per einstweiliger Verfügung der Vertrieb von Clift in der entsprechenden Dosierung untersagt.

Das Patent EP 2 949 335 schützt unter anderem die dreimal wöchentliche subkutane Injektion für die Behandlung der schubförmigen Multipler Sklerose (RMS). Schon nach der Entscheidung des Patentamts stellte Sascha Glanemann, Geschäftsführer Teva Specialty Deutschland, klar: „Teva wird unverzüglich alle entsprechenden Rechtsmittel einsetzen, um das Patent, das Copaxone 40 mg schützt, zu verteidigen und unsere Rechte durchzusetzen.“ Man verfüge über mehrere Patente, die Copaxone 40 mg bis 2030 schützten.

Laut Teva liegt nun eine erstinstanzliche einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf vor, in der Mylan bis auf Weiteres untersagt wird, sein Produkt Clift 40 mg/ml Injektionslösung in einer Fertigspritze in Deutschland zu vertreiben. Damit kann der Rabattvertrag der Barmer nicht mehr bedient werden. Mylan hält seit 1. April für Clift 40 mg/ml einen exklusiven Vertrag mit der Kasse. Außerdem gibt es Rabattverträge mit AOKen, BKKen, IKKen, DAK und TK.

Teva bietet den Ärzten an, sich bei Rückfragen bezüglich einer Therapieumstellung von Patienten an den medizinischen Informationsdienst zu wenden. Glatirameracetat sei ein hoch komplexes Molekül, welches sich vor allem durch den spezifischen Produktionsprozess definiere.

Copaxone ist eine Entwicklung von Teva. 1996 kam das Arzneimittel zu 20 mg/ml Glatiramer zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) auf den Markt. Etwa zehn Jahre später lief das Patent ab, Teva führte den Blockbuster in doppelter Stärke ein und überzeugte Ärzte und Patienten: Statt täglich müssen die Betroffenen das Arzneimittel nur noch an drei Tagen in der Woche injizieren.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B