Teva erfindet Copaxone neu

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Berlin - Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art gab es vor wenigen Wochen für die Aktionäre von Teva. Das Europäische Patentamt (EPA) bestätigte überraschend den Patentschutz für das MS-Mittel Copaxone (Glatirameracetat) in der neuen Dosierung à 40 mg/ml. Kann der Generikakonzern die Ärzte überzeugen, ihre Patienten auf die neue Variante umzustellen, ist der Blockbuster in zweiter Generation bis 2030 vor generischer Konkurrenz geschützt.

Im Mai 2014 war zunächst in den USA das Patent für Copaxone abgelaufen. Das von Teva selbst entwickelte MS-Medikament war 1996 auf den Markt gekommen und ist bis heute der wichtigste Umsatzbringer des Generikakonzerns: Mit 4,2 Milliarden US-Dollar machte das Original im vergangenen Jahr 21 Prozent der weltweiten Erlöse aus; in den USA liegt der Anteil sogar bei 29 Prozent. Auf der Ertragsseite spielt das Produkt für den Konzern eine noch bedeutendere Rolle.

Um seinen Blockbuster zu retten, hatte Teva schon im Januar 2014 in den USA das hauseigene Nachfolgeprodukt eingeführt. Das neue Copaxone enthält mit 40 mg/ml doppelt soviel Wirkstoff wie das ursprüngliche Produkte und muss nur noch dreimal pro Woche statt täglich subcutan gespritzt werden. Laut Teva werden 60 Prozent der Injektionen eingespart; injektionsbedingte Nebenwirkungen werden um 50 Prozent reduziert.

Die US-Ärzte konnte der Konzern von den Vorteilen überzeugen: 76 Prozent aller Verordnungen entfallen mittlerweile auf die neue Generation. Obwohl Sandoz mit Glatopa seit Juni ein Generikum zum ursprünglichen Produkt auf dem Markt hat, konnten dank des Generationswechsels bei Teva Umsatzeinbrüche verhindert und die Erlöse auf Vorjahresniveau stabilisiert werden.

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