Aufzahlungen: Generika überholen Altoriginale

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Berlin -

Mehrkosten bei Arzneimitteln: Dieses Phänomen gab es lange bei Originalen, die wie Sortis (Atorvastatin) von Pfizer in eine Festbetragsgruppe mit ähnlichen Wirkstoffen fielen. Auch Altoriginale, bei denen die Hersteller ihre Preise nicht auf das generische Niveau absenken, können für die Versicherten teuer werden. Seit dem Preisrutsch im vergangenen Jahr sind Aufzahlungen aber auch bei Generika verbreitet. Nach Packungen liegt diese Gruppe mittlerweile sogar vorn.

Die Festbetragsgruppen werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt, die Preise, die die Kassen erstatten, bestimmt der GKV-Spitzenverband nach bestimmten Regeln. Ignorieren Hersteller die Preisgrenze, müssen die Versicherten die Differenz aus eigener Tasche zahlen, zusätzlich zur Zuzahlung.

Nach Zahlen von IMS Health fielen im vergangenen Jahr 517 Millionen Packungen im Wert von 12,4 Milliarden Euro in den festbetragsgeregelten Markt. Während diese Summe annähernd konstant blieb, wuchs die Zahl der Packungen mit Aufzahlung um 56 Prozent auf 32,6 Millionen Einheiten – das entspricht einem Anteil von 6 Prozent, nach 4 Prozent im Vorjahr.

Die Zahl der Generika mit Aufzahlung explodierte um 77 Prozent auf 15 Millionen Einheiten. Damit lag dieser Bereich erstmals vor den Altoriginalen, die um 55 Prozent auf 13,4 Millionen Stück zulegten. Bei den patentgeschützten Originalen rissen eine Million Packungen den Festbetrag (plus 15 Prozent). Weitere 3,3 Millionen Packungen (plus 11 Prozent) klassifiziert IMS als Restgruppe, das sind Impfstoffe, Diagnostika sowie Mineralien und Vitamine.

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