Abwasseraufbereitung

Arzneimittelrückstände könnten Insekten bedrohen dpa, 01.11.2017 10:53 Uhr

Riverside - Antibiotika und Hormone im Wasser können Forschern zufolge auch eine Gefahr für Insekten werden. So nehmen etwa bestimmte Schmetterlinge den Arzneimittelmix über ihre Futterpflanzen auf, was nicht nur ihren Entwicklungszyklus verlängert, sondern auch zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die US-Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) präsentieren. Nach Meinung eines Experten sind die Ergebnisse für Deutschland jedoch kaum relevant.

Steigende Temperaturen, Trockenheit und die wachsende Weltbevölkerung haben dazu geführt, dass der Bedarf an Wasser rund um den Globus größer wird. Gerade in der Landwirtschaft wird daher in vielen Regionen der Erde zunehmend auf wiederaufbereitetes Abwasser gesetzt. Eben jenes Wasser enthält allerdings oft Arzneimittel wie Antibiotika, die auch durch die Wiederaufbereitung nicht vollständig herausgefiltert werden. Schon lange weiß man, dass sowohl Wirkstoffe, die der Mensch einnimmt, als auch solche, die in der Tierhaltung oder als Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, über kurz oder lang im Wasser landen.

Das Team um den Umweltbiologen Dr. Marcus Pennington von der Universität von Kalifornien untersuchte nun, wie sich der Wirkstoffcocktail auf Aschgraue Höckereulen (Trichoplusia ni) auswirkt. Die Schmetterlingsart mit den grau-grünen bis rötlich-braunen Flügeln ist vor allem in Nordamerika und Eurasien verbreitet und zählt in der Landwirtschaft zu den Schädlingen: Die Larven fressen sich durch die Unterseiten verschiedenster Pflanzen und bevorzugen hier vor allem junge Kohlköpfe. Im englischsprachigen Raum ist die Art daher auch als „Kohlgreifer“ (cabbage looper) bekannt.

Die Aschgraue Höckereule hat bereits gegen viele Pestizide Resistenzen entwickelt, was die Schädlingsbekämpfung erschwert. Gefahr droht den Insekten, so das Ergebnis von Pennington und seinen Kollegen, nun allerdings von anderer Seite. Unter Laborbedingungen gaben die Biologen den Larven sowohl kontaminiertes Wasser als auch damit behandelte Pflanzen. Der Gehalt an Antibiotika und Hormonen entsprach dem, der an manchen Orten im Oberflächenwasser oder auch in wiederaufbereitetem Abwasser gefunden wird. Ergebnis: Die Tiere brauchten länger, um das Erwachsenen-Stadium zu erreichen, und hatten eine erhöhte Sterblichke

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