EMA: Valproat nicht für Schwangere

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Berlin - Schwangere oder gebärfähige Patientinnen sollen laut Empfehlung des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) nicht mit Valproat behandelt werden, es sei denn Alternativpräparate sind kontraindiziert. Zu Testosteron in der Hormonersatztherapie bei Männern konnten sich die Experten keine abschließende Meinung machen.

Bei Behandlungsbeginn mit Valproat sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Während der Behandlung sei zudem eine engmaschige ärztliche Kontrolle erforderlich. Schwangeren, die bereits Valproat-Präparate einnnehmen, wird empfohlen, vor Therapieabbruch ihren behandelten Arzt zu konsultieren.

Hintergrund der Empfehlung der PRAC sind neuere Studien, die unter Behandlung mit Valporat ein bis zu viermal höheres Risiko für das Auftreten fetaler Missbildungen festgestellt haben. Kinder, deren Mütter Valproat in der Schwangerschaft eingenommen hatten, zeigten kognitive, sprachliche sowie körperliche Entwicklungsstörungen. Auch das Vorkommen autistischer Störungen sei unter Valproat erhöht.

Die Experten hatten auf Antrag der britischen Aufsichtsbehörde die verfügbaren Daten zu Valproinsäure ausgewertet. Der PRAC hat seine Empfehlung dem Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) vorgelegt, der am Ende über eine Indikationsbeschränkung entscheidet. Die Experten legten zudem die Aufnahme ergänzender Hinweise in der Produktinformation, die Erstellung von Schulungsmaterialien für Ärzte und Patienten sowie die Durchführung von Anwendungsbeobachtungsstudien nahe.

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