Achtung Resistenzen: Antibiotika bei Halsschmerzen | APOTHEKE ADHOC
Weltantibiotikawoche

Achtung Resistenzen: Antibiotika bei Halsschmerzen

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Berlin -

Die Erkältungswelle ist in vollem Gange. Noch immer werden bei viral bedingten Infekten zu häufig Antibiotika verordnet, obwohl sie wirkungslos gegenüber Viren sind. Im Zuge der Weltantibiotikawoche soll auf den verantwortungsbewussten Umgang mit der Medikamentengruppe aufmerksam gemacht werden – denn häufig verwenden Verbraucher:innen die Substanzklasse, ohne es zu wissen, beispielsweise bei der Behandlung von Halsschmerzen.

Mehr als 35.000 Menschen jährlich sterben nach Schätzungen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC im Europäischen Wirtschaftsraum aufgrund von Antibiotikaresistenzen. Die gesundheitlichen Folgen seien vergleichbar mit denen von Grippe, Tuberkulose und HIV/Aids zusammen. Rund um den „European Antibiotic Awareness Day“ wird jährlich unter anderem auf Umsicht beim Einsatz von Antibiotika in Europa aufmerksam gemacht.

Zu viele Antibiotika bei viralen Infekten

Denn die unnötige Einnahme von Antibiotika kann Resistenzen hervorrufen – die Wirksamkeit der Substanzen geht nach und nach verloren. Vor allem bei Halsschmerzen werden Antibiotika häufig eingesetzt, ohne vorab eine Erregerbestimmung durchzuführen. Dabei ist das Symptom meist viral bedingt. Knapp die Hälfte der Deutschen denkt noch immer, dass Antibiotika auch bei starken Erkältungen helfen können – unter anderem, indem sie schmerzlindernd wirken. Dieser Effekt ist jedoch irreführend: Denn Antibiotika wirken lediglich entzündungshemmend, indem sie auf bakterielle Erreger einwirken. Die Schmerzstillung kommt erst im weiteren Verlauf durch Abklingen der Infektion zustande. Bei viralen Infekten sind Antibiotika jedoch wirkungslos – die Einnahme ist sogar nachteilig, weil Resistenzen begünstigt werden.

Aufklärung in der Halsschmerz-Beratung

Besonders wichtig ist die Aufklärung im Bereich der Selbstmedikation. Denn auch freiverkäufliche Halsschmerzmittel können die Wirkstoffgruppe enthalten. Oft ist das den Verbraucher:innen jedoch nicht bewusst. Der Hersteller Reckitt zählt mit seinen Dobendan-Produkten zu den Marktführern im Bereich Halsschmerz. Im Rahmen der Weltantibiotikawoche klärt auch er daher auf. Unter anderem fordert er, das Thema Antibiotika-Resistenzen für Verbraucher:innen transparenter zu machen. Außerdem rät er zu einer Rezeptpflicht für solche Arzneimittel.

„Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten, um der Entstehung und Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen entgegenzuwirken. Zum Beispiel, indem nicht – in der falschen Annahme einer schnellen Schmerzlinderung – auf die Verschreibung von Antibiotika gedrängt wird und gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin der Ursache für die Erkrankung auf den Grund gegangen wird“, so das Unternehmen. Auch aktives Nachfragen beim Kauf von nichtverschreibungspflichtigen Arzneimitteln in der Apotheke, beispielsweise bei Halsschmerzen, helfe, die Gefahr von Antibiotika-Resistenzen einzudämmen.

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