Wie ein Gastarbeitersohn zum Platzhirsch-Apotheker wurde

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Als türkeistämmiger Apotheker war er damals noch ein Exot. „Das Image eines Türken war ja das des Döner-Verkäufers“, sagt er. „Die meisten konnten sich gar nicht vorstellen, dass ein Türke studierter Pharmazeut sein kann, geschweige denn, dass er Ahnung von Theater und Oper haben und Porsche fahren kann.“ Er habe damals viel Rassismus erlebt, auch von Apothekerkollegen – doch darüber will er heute nicht mehr reden. „Ich will kein Mitleid haben und auch nicht so wirken, als ob ich an einem Opfermythos stricke, sondern allein an meinen Leistungen gemessen werden“, betont er.

Der nächste Sprung kam dann mit der deutschen Wiedervereinigung. „Ich dachte mir, so eine Chance kommt nie wieder.“ Die Treuhand verscherbelte die alten DDR-Apotheken und Kızıltaş wollte zugreifen – was sich aber als gar nicht so einfach herausstellte. „Ich habe von Alt-Treptow bis Leipzig-Grünau gesucht, aber viele Apotheken gingen ja damals unter der Hand weg“, erzählt er. „Doch ich hatte Glück und habe in Prenzlau tatsächlich die letzte Treuhand-Apotheke in Brandenburg bekommen.“

Ab da – es war bereits 1995 – waren alle Weichen auf Wachstum gestellt. Bereits im Folgejahr schloss er seine erste und kaufte zweite, um einiges größere Apotheke, diesmal im benachbarten Brüssow. Kızıltaş begann langsam, in der Uckermark sein „Delphin-Konsortium“ aufzubauen, wie er es scherzhaft nennt. 2007 eröffnete er eine Filiale in Prenzlau, 2012 und 2013 kamen Apotheken in Feldberg und Löcknitz hinzu. Letztere betreibt sein Sohn, ebenfalls Apotheker, als Inhaber. Dazu gesellten sich über die Jahre vier Sanitätshäuser, eines in Löcknitz, eines in Templin und zwei in Prenzlau, davon eines mit angeschlossener Orthopädietechnik.

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