Nachtdienstgedanken

Wenn die PTA im Notdienst hilft

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Berlin -

Ein weiterer Notdienst steht an, doch Sarah Sonntag ist heute nicht allein: PTA-Praktikantin Paula hat angeboten zu helfen und sich mit ihr die Nacht um die Ohren zu schlagen: Das lässt sich Sarah nicht zweimal sagen.

Paula hat grade ihre praktischen Prüfungen abgeschlossen und möchte ihre pharmazeutischen Kenntnisse weiter vertiefen. Bereits im Praktikum hat ihr der Apothekenalltag gut gefallen und Sarah konnte ihr einiges zeigen: „Ich wollte schon immer mal einen Notdienst mitmachen“, schwärmt Paula aufgeregt. „Na warte mal ab bist aus dem Wollen ein Müssen wird“, lacht Sarah und stellt für die Nacht einen zweiten Sessel zurecht. Wenn die Notdienste auf Sonn- oder Feiertage fallen, wird Sarah nämlich immer von einer PTA im Notdienst unterstützt.

Der erste Kunde lässt nicht lange auf sich warten: Hustend und schniefend steht er vor der Notdienstklappe und sucht Hilfe. „Ich glaube, ich habe mich erkältet“, sagt er leidend. Während Sarah die üblichen W-Fragen abklappert und sich nach den genauen Symptomen erkundigt, bleibt Paula im Hintergrund und lauscht. „Ich gebe ihnen etwas gegen die Kopf- und Gliederschmerzen mit und zusätzlich einen Saft zum Schleimlösen“, erklärt Sarah. Als sie sich grade auf den Weg zu Regal und Schublade machen will, kommt Paula ihr bereits entgegen und hält eine Packung Ibuprofen und den gewünschten Hustenlöser in der Hand.

In dieser Nacht haben Sarah und Paula alle Hände voll zu tun, auf einen Kunden folgt der nächste: Von Blasenentzündungen über Wunden und Magenbeschwerden ist alles dabei. Wenn Paula nicht grade damit beschäftigt ist die gewünschte Ware aus den Schubladen zu holen, kümmert sie sich um das Telefon, welches ebenfalls ständig klingelt: Häufig wollen die Anrufer nur sichergehen, ob denn wirklich jemand da ist. Bei pharmazeutischen Fragen holt sich die PTA-Praktikantin Sarah zur Seite.

Als zwischendurch ein Moment der Ruhe herrscht, setzen sich die beiden in Sarahs Büro. „Ich mache uns erstmal einen Kaffee“, schlägt die Apothekerin vor. Paula hat sich mit Süßigkeiten und selbstgebackenen Muffins eingedeckt, um die Nervosität der heutigen Nacht zu überstehen. „Nervennahrung können wir heute gut gebrauchen“, lacht Sarah als sie mit den hochgefüllten Tassen um die Ecke kommt. Doch kaum hat sie in ihren Muffin gebissen, klingelt es erneut an der Klappe.

Diesmal steht eine junge Frau völlig aufgelöst vor ihr: Sie weint und hält ein Rezept aus der Tierklinik in der Hand. Ihr Kater ist am Abend schwer verletzt nach Hause gekommen, vermutlich war er in einen Kampf verwickelt. „Wir haben nun stundenlang in der Klinik gesessen“, schluchzt sie. Der Kater ist zwar erstversorgt worden, jedoch sind für die nächsten Tage weitere Medikamente nötig. Sarah hat sie zum Glück vorrätig: Ein Schmerzmittel und antibiotische Augentropfen. Die Tierbesitzerin ist sichtlich erleichtert und bedankt sich mehrfach. Nachdem sie gezahlt hat, schließt Sarah die Klappe.

Paula ist zwischenzeitlich im Sessel eingenickt: Der Notdienst ist für sie ein ganz besonderes Erlebnis und auch Sarah hat sich an die helfenden Hände gewöhnt. „Eine Unterstützung kann wirklich hilfreich sein in Nächten wie dieser“, sagt Sarah etwas lauter. Paula schreckt hoch: „Oh, Entschuldigung, ich bin wohl kurz eingeschlafen.“ Obwohl Paula begeistert ist, macht sich die Müdigkeit bemerkbar. „Wie schaffst du das nur die Nacht durchzuhalten?“, fragt sie gähnend. „Jahrelange Übung!“, grinst Sarah und geht erneut zur Klappe.

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