Unzulässige Impfaktion: Unternehmer Stöcker kritisiert Einschreiten

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Berlin -

Der Lübecker Mediziner und Unternehmer Winfried Stöcker hat sich gegen das Einschreiten der Behörden bei einer Impfaktion mit einem nicht zugelassenen Vakzin am Lübecker Flughafen gewehrt.

Dort hätten sich erwachsene Menschen versammelt, die sich freiwillig den von ihm entwickelten Impfstoff hätten injizieren lassen wollen, sagte Stöcker am Dienstag. Das Einschreiten von Polizei und Ordnungsamt betrachte er als eine Form des Hausfriedensbruchs. Er habe die Aktion mit organisiert.

Die Behörden hatten die Impfaktion mit einem nicht zugelassenen Vakzin am Sonnabend gestoppt. Impfstoffe müssen vor einer Zulassung umfangreiche Tests durchlaufen und unterliegen einer strengen Kontrolle – all diese Voraussetzungen erfüllte das Vakzin von Stöcker nicht.

Keine Kommunikation mit dem PEI

Bereits im vergangenen Jahr stand Stöcker mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im Austausch. Der Mediziner hatte sich am 2. September 2020 über eine E-Mail-Adresse, die der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern sowie medizinischen Fachkreisen dient, an das Institut gewendet. Das PEI bot ihm eine wissenschaftliche und regulatorische Beratung an – diese wurde abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Stöcker und drei weitere Männer wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz. „Ich selbst habe nicht geimpft, weil ich im Frühjahr eine Unterlassungserklärung dazu unterzeichnet habe. Die beiden impfenden Ärzte waren befreundete Mediziner“, sagte Stöcker.

Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht.

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