Soziale Medien als Stellenbörsen

Social Recruiting: So finden Apotheken die richtigen Fachkräfte

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Berlin -

Viele Apotheken setzen noch auf die klassischen Stellenanzeigen, haben damit aber immer weniger Erfolg. Immer wichtiger wird es stattdessen, potenzielle neue Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie ohnehin jeden Tag sind: in sozialen Medien. SEO- und Recruiting-Experte René Ramcke vom Dienstleister Rankingdocs erklärt, was viele Apotheken dabei falsch machen und worauf zu achten ist, um besonders erfolgreich zu sein.

Wer denkt, dass man in sozialen Medien fast nur junge Menschen findet, hat die vergangenen Jahre verpasst. „Auch ältere Arbeitnehmer sind heute täglich in sozialen Medien unterwegs. Das heißt: Egal, welche Ziel- oder Altersgruppe man sucht, man findet sie dort“, so Ramcke. Eine Unterscheidung ist heute eher nach einzelnen Kanälen zu treffen, erklärt er: Azubis und PTA finde man eher auf Instagram, Approbierte und ältere Mitarbeiter eher auf Facebook. Wobei „finden“ eher bedeutet, dafür zu sorgen, dass man selbst gefunden wird.

Denn soziale Medien werden nicht primär zur Arbeitssuche genutzt, vielmehr muss man dafür Sorge tragen, sich in die Timeline der Fachkräfte zu schmuggeln, die man sucht – und dann in möglichst kurzer Zeit einen möglichst intensiven Eindruck zu hinterlassen. Nach momentan Beschäftigten und nicht Beschäftigten lässt sich dabei kaum trennen, aber diese Unterscheidung sei ohnehin zweitrangig geworden. „Die Art und Weise, wie Arbeitgeber und -nehmer zusammenfinden, hat sich grundlegend geändert und hat sich komplett vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt gedreht. Heute werden nur noch sehr wenige Bewerbungen initiativ gesendet und Stellenausschreibungen haben stark an Bedeutung verloren“, sagt Ramcke.

„Das führt dazu, dass man als Apotheke schauen muss, wie man neue Wege findet, um an Fachkräfte zu kommen. Ich bin der Auffassung, dass man künftig nicht mehr um Social Recruiting herumkommt, weil die Bewerbungen, die über die klassischen Wege kommen, deutlich abnehmen und eine immer kleinere Rolle spielen.“

Es gebe ohnehin kaum noch PTA oder Approbierte, die ungewollt keine Stelle haben. Sowohl für den Wettbewerb um diese raren Kräfte als auch für die Suche nach passiven Bewerbern – also Mitarbeitern aus anderen Apotheken, die mit dem Gedanken spielen, zu wechseln – sei es von entscheidender Bedeutung, eigene Vakanzen und Einstellungswünsche dort zu kommunizieren, wo sie von den meisten gesehen werden. Und das seien eben nicht mehr Stellenbörsen oder Kammerseiten, sondern soziale Medien. Außerdem gingen mit dem Recruiting über Social Media einige Vorteile gegenüber diesen klassischen Kanälen einher – insbesondere für kleinere Apotheken.

Bezahlte Anzeigen werden nämlich in die Timelines der gesuchten eingespielt – und erscheinen dort zwischen Nachrichten, Urlaubsfotos, Memes und allem anderen, was man eben so auf Facebook & Co. zu sehen bekommt. „Dadurch stehe ich nicht im direkten Vergleich zu anderen Angeboten, wie es beispielsweise auf Stelleportalen der Fall ist“, so Ramcke. Dort komme hinzu, dass Stellenanzeigen stark standardisiert sind – Aufbau und Inhalt sind im Wesentlichen meist gleich. Vergleichsfaktoren sind deshalb oft die Apotheke selbst – beispielsweise Größe oder Lage. „In sozialen Medien habe ich hingegen den Vorteil, dass ich meine Anzeigen vollkommen frei gestalten und auch relativ genau targetieren kann, wen ich damit erreichen will.

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