aposcope-Umfrage

„Personalmangel ist eine Existenzbedrohung für unsere Apotheke“

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Berlin -

Die Corona-Krise sorgt für eine massiv gestiegene Arbeitsbelastung in Apotheken und das E-Rezept droht den Versandhandel zu stärken. Doch die größte Bedrohung für die Branche ist aus Sicht der meisten Apotheker:innen und PTA der Fachkräftemangel. Eine große Mehrheit geht in der aktuellen aposcope-Befragung sogar davon aus, dass die Personalsituation den eigenen Betrieb im kommenden Jahr existenziell gefährden kann.

Als große Herausforderungen werden im kommenden Jahr die Digitalisierung (63 Prozent) genannt, und hier vor allem die Einführung des E-Rezepts. Allerdings wurde die Umfrage durchgeführt, bevor das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die verpflichtende Einführung zum Jahreswechsel abgeblasen hat. Mit der verlängerten Testphase dürfte die Nervosität bei diesem Thema in der Offizin etwas gesunken sein. Doch selbst vor der politischen Notbremse glaubte nur etwa jede/r dritte Befragte daran, dass das E-Rezept 2022 flächendeckend eingeführt wird.

Für das Impfen fehlt Personal

Zu den großen Herausforderungen zählen die Teams auch im neuen Jahr die Corona-Pandemie (56 Prozent). Hier kommen auf die Apotheken – vor allem mit dem Impfen – immer wieder neue Aufgaben zu. Und für die fehlt vielerorts schlicht das Personal: 47 Prozent der Inhaber:innen geben Personalmangel und -suche als eine der größten Herausforderungen im neuen Jahr an.

Voll 73 Prozent aller Befragten glauben, dass die Personalsituation in einem Jahr noch schlechter aussehen wird als derzeit. Mit einer Verbesserung der Lage rechnen dagegen nur 2,5 Prozent. Vor allem Apothekeninhaber:innen im Rentenalter stehen damit nach Einschätzung von 95 Prozent der Befragten vor einem echten Problem: Immer mehr von ihnen werden demnach keine/n Nachfolger:in finden.

Doch auch die bestehenden Apotheken leiden unter dem Personalmangel. 83 Prozent befürchten sogar, dass dieser „eine Existenzbedrohung für unsere Apotheke“ darstellt. Unter den befragten Inhaber:innen sind es immerhin noch beunruhigende 78 Prozent. Der Aussage „Ende 2022 wird die Personalsituation in Apotheken schlechter sein“ stimmen 73 Prozent der Befragten zu.

Auch wenn sich mit jeder geschlossenen Apotheke die Situation für die verbliebenen Standorte etwas entspannen wird, zeigen die Zahlen doch deutlich die existenziellen Sorgen vieler Teams. Dazu passt, dass nur 15 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass es ihrer Apotheke nächstes Jahr besser gehen wird. Die meisten rechnen mit in etwa gleichbleibenden Verhältnissen, aber immerhin 20 Prozent befürchten einen Abstieg. Mit Blick auf die gesamte Branche befürchten sogar 40 Prozent, dass es mit den Apotheken bergab geht.

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