Praktika & Labor: So läuft es an den Unis

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Praktika & Labor: So läuft es an den Unis

Schnelltests in den Startlöchern

Link sieht den Einsatz der Schnelltests zwiegespalten: „Wir haben da schon drüber gesprochen – aber wie ist die Lage bei einem falsch positiven Ergebnis?“ Wenn es sich um ein verschiebbares Praktikum handle, sei es nicht dramatisch denjenigen auszuschließen – vor allem beim Staatsexamen sieht der Pharmazeut die Situation jedoch kritisch: „Eine Wiederholung wäre erst Monate später möglich – hier muss auf jeden Fall der rechtliche Rahmen gesteckt werden.“ Dennoch geht er davon aus, dass im nächsten Semester auf die Schnelltests gesetzt wird. „Wenn dann jemand hustet, muss ich ihn nicht zwingend nach Hause schicken.“ Auch an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz könnten die Tests schon bald zum Alltag gehören: „Das Präsidium der Universität Mainz prüft derzeit in Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, ob in den kommenden Wochen gegebenenfalls auch der Einsatz von Schnelltests erfolgen kann.“

An den meisten Unis sieht es derzeit ähnlich aus: Detaillierte Hygienekonzepte einschließlich Lüftungszeiten und Zutrittskontrollen, notwendige Praktika in Kleingruppen mit Abstand und eine große Portion Disziplin stehen an der Tagesordnung – sowohl für Studierende wie auch für Dozent:innen. Einige Hochschulen setzen beim praktischen Unterricht mittlerweile auf virtuelle Labortage und Demonstrationsvideos, so beispielsweise die Christian-Albrechts-Universität in Kiel und die Uni Bonn. „Dies stellt einen erheblichen Mehraufwand für alle Lehrenden dar, wird aber von den Studierenden sehr positiv bewertet. Durch dieses Konzept können die essentiellen praktischen Inhalte überhaupt nur vermittelt werden. Nach aktueller Planung wird es im Sommersemester so fortgeführt“, erklärt die Kieler Hochschule. Schnelltests kommen hier noch nicht zum Einsatz – sind aber ebenfalls in Planung.

Vielerorts wird auf ein Hybrid-Format zwischen Praktika im Labor und Nachbearbeitung und Auswertung Zuhause gesetzt, beispielsweise in Heidelberg und Marburg. „Auch das peer-to-peer-teaching ist ein Ansatz, den wir gerne weiterverfolgen werden“, erklärt Dr. Dorothea Kaufmann von der Uni Heidelberg. Mindestens einmal die Woche wird an der Hochschule mit dem eigens entwickelten Schnelltest getestet: Es handelt sich dabei um einen Gurgeltest, der am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) entwickelt wurde.„All das stellt eine massive Mehrbelastung für alle Lehrenden dar und wir würden uns von der Politik wünschen, dass diese nicht nur gewürdigt, sondern auch entsprechend finanziell unterfüttert wird.“

 

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