Apotheken erhalten Zukunftspreis

„Nicht jeden digitalen Schnickschnack mitmachen“

, Uhr
Berlin -

Neue Technologien spielen in den Apotheken von Johannes und Dr. Christine Ertelt seit jeher eine wichtige Rolle. Wie sein Vater setzt der Sohn in dritter Generation auf moderne Abläufe. „Digitale Angebote sollen die Arbeit erleichtern“, sagt Johannes Ertelt. In den drei Apotheken setzt das Paar verschiedene Tools für Mitarbeiter und Kunden um – und wurde dafür jetzt mit dem Zukunftspreis Handel geehrt.

In den Apotheken der Ertelts im baden-württembergischen Bisingen werden Unternehmensinformationen elektronisch über „EloOffice“ verwaltet, Dienstpläne über „Mep24“ erstellt und Lohnabrechnungen online über Datev abgelegt. Die Betriebe wurden vom Handelsverband Baden-Württemberg zusammen mit dem Sparkassenverband mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet.

Die Apotheken erhielten den zweiten Platz. Gelobt wurde unter anderem die Digitalstrategie für die internen Prozesse wie Datensicherung, innerbetrieblicher Support, E-Mail, BWL-Kennzahlen und Banking. Auch die externe Digitalstrategie wie Homepage, Online-Shop, Präsenz in sozialen Medien und Apps wurde hervorgehoben. „Wir wurden von der Sparkasse vorgeschlagen“, sagt Ertelt.

Bei dem Preis gehe es darum, den stationären Handel zu unterstützen und digitale Angebote zu integrieren. Auch kundenseitig sind die Heidelberg- und Hohenzollern Apotheke digitalisiert. Bestellte Ware kann außerhalb der Öffnungszeiten per individuellen Pin abgeholt werden. Die Notdienstanzeige synchronisiert sich automatisch mit dem Server der Apothekerkammer, verschiedene Bestell-Apps und Online-Shops werden angeboten.

„Man muss aber nicht jeden digitalen Schnickschnack mitmachen“, betont Ertelt. „Wichtig ist, mit den Tools Kapazitäten für die Beratung und Betreuung unserer Kunden zu schaffen.“ Vor allem für die jüngeren Mitarbeiter seien die digitalen Angebote selbstverständlich. „Die älteren bekommen von uns eine spezielle Betreuung.“ Eine Wirtschafts- und Arbeitspsychologin integriere die Angebote aus psychologischer Sicht.

Der Inhaber erwartet, dass sich alle aus dem Team mit grundlegenden Programmen wie die Dienstplan-Software und E-Mails auskennen. „Das muss jeder können.“ Für jeden Bereich gebe es einen Mitarbeiter als Experten sowie einen Stellvertreter. Wenn die Mitarbeiter den eigenen Nutzen der digitalen Angeboten erkennen, seien sie dafür zu begeistern. „Ich habe aber den Anspruch die Balance zu halten. Ich möchte niemanden überfrachten. Menschen verdienen menschlichen Kontakt.“

Bereits sein Vater sei ganz vorne dabei gewesen, wenn es um technische Neuerungen für die Apotheke gegangen sei. „Er war der erste, der beispielsweise das Funktelefonnetz-C genutzt hat.“ Die Hohenzollern Apotheke wurde 1958, die Heidelberg Apotheke 20 Jahre später gegründet. Vor zwei Jahren übernahm Ertelt einen dritten Betrieb in einer ländlichen Region. „Dort gibt es einen großen Versorgungsauftrag, da haben wir uns verantwortlich gefühlt.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Burda lädt in die Allianz Arena
Health Lab mit Bahr und Grönemeyer »
Mehr Aufmerksamkeit für die Apotheke vor Ort
TikTok: Apotheke knackt 10.000 Follower-Marke »
Hersteller unterbietet Apotheken
UVP: Gericht verbietet „Mondpreise“ »
Mehr aus Ressort
NIR-Gerät analysiert Cocain
Apotheker als Drogenfahnder »
Überfall auf Apotheke
Oxycodon: PTA mit Axt bedroht »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Keine Sicherheitsbedenken
Impfstoff-mRNA in Muttermilch»
Sars-CoV2-Arbeitsschutzverordnung verlängert
Hygienekonzept: Was gilt in Apotheken?»
Schlafprobleme bei Kindern möglich
Paracetamol: Gefahr in der Schwangerschaft?»
Diabetiker:innen bekommen Schwierigkeiten
Lieferengpass bei Insuman: Pen statt Patrone»
Fettleibigkeit verschlechtert die Prognose
Adipozyten fördern Brustkrebswachstum»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Kassen schicken Geldtransporter zu Apotheke»
Preisanpassung bei Apothekenserver
NGDA: Securpharm wird teurer»
Funktion der Immunzellen gestört
Zecken: Speichel hemmt Abwehr»
Limit für geringfügige Beschäftigung erhöht
Minijob: 70 Euro mehr verdienen»
A-Ausgabe Oktober
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»
Was wird von der Kasse erstattet
Retaxgefahr: Sprechstundenbedarf auf Rezept»