Die Zahl der Apotheken mit nur einer Filiale ist leicht rückläufig. Auch Ute Hecht-Neuhaus gibt einen Betrieb ab und wird ab August nur noch ihre Rochus-Apotheke in Voerde führen. Die Personalprobleme seien zuletzt gravierend gewesen, sagt die 61-Jährige, die sich freut, für ihre Zweitapotheke einen Nachfolger gefunden zu haben.
Zwei Jahre suchte Hecht-Neuhaus über ihren Steuerberater nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. „Das Risiko einer Selbstständigkeit wird immer häufiger gescheut“, sagt sie. „Überhaupt jemanden zu finden, ist sicher eher Glückssache.“
Die Apothekerin ist seit 18 Jahren selbstständig. Nach ihrer Zeit als Angestellte wollte sie selbst Verantwortung übernehmen und kaufte die Rochus-Apotheke. „Es ist schön, sich auszuprobieren, Dinge zu testen und etwas zu verändern und umzusetzen“, beschreibt sie die Beweggründe für den Wechsel.
Nach etwa zehn Jahren wollte sie die Filialisierung wagen und übernahm die Burg Apotheke in Schermbeck. „Ich wollte es ausprobieren und eine Filiale zu haben, war für mich eine interessante Erfahrung“, sagt sie. Doch es gab auch schlechte Seiten. „Die Corona-Zeit war eine große Belastung.“
Noch einschneidender sei die Personalsituation. Es sei schwierig, an Angestellte zu kommen, so Hecht-Neuhaus. „Die Apotheken liegen 18 Kilometer auseinander und ich konnte deshalb kein Personal austauschen und damit diesen Synergieeffekt nicht nutzen.“ Zuletzt habe sich die Lage verschlechtert. „Das Personalproblem ist gravierender geworden.“
Umso erfreulicher ist es, dass sie in dem 30-jährigen Kürsat Bahadir einen Nachfolger für die Burg Apotheke gefunden hat. Er werde das Team übernehmen und ihr blieben in ihrer Rochus-Apotheke noch elf Mitarbeitende. „Aufhören ist für mich noch kein Thema.“ Die Inhaberin ist voller Tatendrang, besonders mit Blick auf neue Dienstleistungen, die sie anbieten könne. „Vor zwei Jahren habe ich umgebaut und Platz für Impfen und Beratung geschaffen.“