Apotheker für Vielfalt und Gleichberechtigung

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Berlin -

Nach dem Karneval ist der Christopher Street Day (CSD), der Aktionstag für Homosexuelle und Transsexuelle, die größte Veranstaltung Kölns. Erik Tenberken, Inhaber der Birken-Apotheke und der Versandapotheke „Fliegende Pillen“, unterstützt den CSD bereits seit den Anfangstagen. Mittlerweile ist die Apotheke auch mit einem Wagen am Demonstrationszug beteiligt. Tenberken zog in diesem Jahr an der Seite von Conchita Wurst, der österreichischen Vorjahressiegerin des Eurovision Song Contests, durch Kölns Innenstadt.

Etwa eine Stunde nahm Conchita Wurst an der Parade am Sonntag teil. Sie fuhr auf Wagen Nummer 15 mit, der von Tenberkens Apotheken, dem Verein Aidshilfe und dem Run of Colours gemeinsam genutzt wird. Tenberken konnte somit die Künstlerin persönlich kennenlernen. „Conchita Wurst hat viel Charisma – und überhaupt keine Starallüren“, erzählt er.

„Der diesjährige CSD war super! Wir hatten noch nie so viele Gruppen, die sich beteiligt haben“, berichtet der Apotheker. Auf etwa 140 Wagen demonstrierten unter anderem der 1. FC Köln und Parteien wie die FDP und Linke für Vielfalt und Gleichberechtigung. „Der CSD ist fester Bestandteil des Kölner Lebens. Je mehr Flagge zeigen, desto besser“, sagt Tenberken. Etwa 900.000 Besucher hätten den Umzug begleitet.

Die Wagen ziehen mittlerweile durch die ganze Kölner Innenstadt. „Ich erinnere mich noch, wie wir 1991 in der Stephanstraße standen – in einer Sackgasse“, erzählt Tenberken. „Dieser CSD war etwas politischer als in den Vorjahren“, sagt er. Das liege wohl an der Behandlung von Homosexuellen in Ländern wie Russland. „Dort tabuisiert das Anti-Schwulen-Gesetz die Aids-Aufklärung; und die Infektionsquote ist um 30 Prozent angestiegen“, so der Apotheker. „In der Türkei wurde ein CSD-Umzug mit Wasserwerfern aufgelöst“, fügt er hinzu. Auch die Entwicklung um die Homo-Ehe habe die Veranstaltung politisiert.

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