Medikamenten-Hilfsprojekt

Easy-Apotheke + Kneipe = Obdachlosenhilfe Tobias Lau, 20.01.2019 18:24 Uhr

Berlin - Der Winter ist die schlimmste Zeit für Obdachlose. Wer schon einmal bei Minusgraden draußen schlafen musste, kann sich das vielleicht vorstellen. Umso wichtiger ist die medizinische Versorgung für Menschen ohne Dach über dem Kopf – auch weil Ärzte oft keine Option sind. Eine Apotheke und ein Kneipenwirt in Berlin-Reinickendorf ziehen jetzt ein Projekt auf, um vor ihrer Haustür zu helfen.

Die Gegend um den Berliner Franz-Neumann-Platz ist auf den ersten Blick beschaulich: Am Rande der Innenstadt liegt der Schäfersee, nur ein paar hundert Meter hinter der Grenze zum Bezirk Mitte, aber trotzdem gefühlt weit weg vom Trubel der Millionenmetropole. Eingerahmt von grünen Wiesen und Trauerweiden flanieren hier an warmen Tagen die Anwohner, spielen Minigolf oder paddeln auf Booten über den kleinen See. Erst auf den zweiten Blick wird vielen klar: Auch dieser Kiez hat – wie so viele in Berlin – mit argen sozialen Problemen zu kämpfen. Der angrenzende Franz-Neumann-Platz ist bekannt dafür, ein Anlaufpunkt für Obdachlose zu sein, häufig bevölkern ihn Dutzende.

Auch Jessica Behrens-Knubben brauchte diesen zweiten Blick, um das Leid unter der beschaulichen Oberfläche zu sehen. „Ich habe das am Anfang selbst gar nicht so wahrgenommen“, sagt die 35-jährige PKA, die unweit des Platzes in der Easy-Apotheke von Mehmet Hayrula arbeitet. Die Augen geöffnet habe ihr der Kontakt zu Norbert Raeder, Kneipenwirt, Lokalpolitiker und eine Art graue Eminenz der karitativen Arbeit in der Gegend. Der 50-Jährige machte einst eine Ausbildung zum Pharmakanten bei Schering in West-Berlin (heute Bayer), landete dann aber nach mehreren Stationen als Reisebürobesitzer und Diskothekenbetreiber letztendlich im Kastanienwäldchen, einer Kneipe direkt am Franz-Neumann-Platz – alles im Berliner Nordwesten. „Ick bin hier groß jeworden, ick mag‘s hier und ick will hier och bleiben“, sagt er in bestem Berlinerisch.

Eigentlich habe er mal politisch hoch hinaus gewollt, erzählt er. „Aber ich hab irgendwann gemerkt, dass ich auf der lokalen Ebene viel mehr Gutes tun kann. Man muss die Sachen nur anschieben und was machen, statt in irgendwelchen Palavergruppen zu sitzen.“ Also stellt er seit Jahren immer wieder Projekte auf die Beine, um den Obdachlosen auf seinem Kiez unter die Arme zu greifen. Seine Kneipe spielt dabei eine zentrale Rolle, sei es, um unter den Gästen Geld oder Kleider zu sammeln, um damit Wohngemeinschaften für Obdachlose zu finanzieren, oder für die alljährliche Obdachlosen-Weihnachtsfeier.

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