Apotheke in Aktion

Apothekenmedikamente für mobile Ärzte Torsten Bless, 20.01.2018 14:21 Uhr

Berlin - Auch im reichen Deutschland haben beileibe nicht alle Menschen Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung. In Hamburg springt ein freiwilliges Ärzte- und Pflegerteam denjenigen bei, die durchs Raster zu fallen drohen, eine Apotheke unterstützt sie bei ihrer Arbeit. Über diese und andere Aktionen berichten wir auch diese Woche.

Mobile Ärzte springen in die Bresche: Flüchtlinge, Drogenabhängige, Obdachlose oder von Altersarmut betroffene Menschen sind häufig von der medizinischen Regelversorgung abgeschnitten. Sie haben kaum Chancen auf eine angemessene medizinische Versorgung. In Hamburg steht an den Wochenenden das Team von ArztMobil für sie bereit. Ärzte, Krankenschwestern, pfleger und anderen Engagierte arbeiten hier ehrenamtlich mit.

Hilfe tut hier Not, denn ohne Behandlung drohen ernsthafte Erkrankungen. Obdachlose, die häufig nicht mehr über eine Krankenversicherung verfügen, scheuen den Gang in die Praxis. „Wer verwahrlost aussieht, setzt sich nicht gern ins Wartezimmer“, weiß Julia Herrmann, Geschäftsführerin von ArztMobil. „Alte Menschen wiederum, die in der gesetzlichen Krankenkasse sind, bekommen schlecht einen kurzfristigen Termin“, erzählt Herrmann. „Wenn sie dann noch in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, sind mehrere Arzttermine an einem Tag schwer unter einen Hut zu bekommen.“ In wöchentlichem Wechsel stehen sie an jedem Wochenende und den Feiertagen an festen Standorten.

ArztMobil Hamburg ist auf Spenden angewiesen. Dieses Jahr wollen die Pluspunkt-Apotheken im Sachsentor den mobilen Ärzten kräftig unter die Arme greifen. Das ganze Jahr über stehen Sammeldosen auf den Tresen beider Filialen. Die Kunden dürfen auch ihre Apothekentaler oder 1-Euro-Gutscheine spenden. „So eine Benefiz-Aktion machen wir jetzt im dritten Jahr“, erzählt PKA Dörte Herrmann (nicht mit der Ärztin verwandt). Im letzten Jahr nahm das Team des Mütterzentrums stolze 777,77 Euro entgegen, 2016 freute sich die Ehlerding-Stiftung, die sich um benachteiligte Kinder kümmert, über einen ähnlich stolzen Betrag. Da es bis zur nächsten Geldübergabe noch ein wenig dauert, freuten sich die Mediziner schon einmal über eine großzügige Medikamentenspende.

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