Hilfe, Problemkunden!

Die sieben Schrecken der Offizin

, Uhr
Berlin -

Niemand hat gern Problemkunden: Sie haben ihr Auto in zweiter Reihe geparkt und pochen auf schnelle Bedienung. Oder sie wissen alles – und alles besser. Auch Süchtige stehen gelegentlich in der Offizin und brauchen besondere Beratung. Hier sind die sieben häufigsten Problemkunden.

Der Eilige. Schnell in die Offizin, schnell wieder raus. Die Horrorvorstellung eines jeden Apothekers, der seinen Beruf liebt und gerne gewissenhaft beraten möchte. Sogar die kostenlosen Taschentücher lässt er achtlos liegen. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

Der Super-Eilige. Die Steigerung des Eiligen. Er hat sein Auto in zweiter Reihe geparkt und fürchtet das 17. Parkticket des Jahres. Für Beratung hat auch er keine Zeit. Polymedikation? Papperlapapp! Wird schon gutgehen. Im Hinauseilen entschuldigt er sich, immerhin, bei der alten Dame, bei der er sich vorgedrängt hat. „Sie haben ja ein bisschen mehr Zeit, gelle?“

Der Nasen-Sprayer. Er weiß es und Sie wissen es auch: Die sieben Packungen Nasenspray sind keineswegs für die Großfamilie. Er wird sie ganz alleine konsumieren, denn er ist süchtig. Vorsichtig-freundlich fragt die PTA: „Kennen Sie sich damit aus? Wissen Sie, dass man Nasenspray nicht überdosieren darf?“ Ein Süchtiger wird niemals zugeben, dass er längst jede Kontrolle über die Dosierung verloren hat. Er wird etwas grummeln und von dannen ziehen. Fazit: Sie haben Ihr Bestes versucht. Hoffentlich kommt der Kunde nicht so schnell wieder.

Der Alles-Wisser. Für PTA, die gern beraten, ebenfalls kein Traumkunde. Man kann mit ihnen zwar ein Beratungsgespräch anbahnen, wird aber schnell feststellen, dass das eigene Wissen nicht gefragt ist. Der Kunde weiß nämlich schon alles! Gern teilt er sein Wissen mit dem Fachpersonal und, falls dieses überlastet ist, mit den übrigen Kunden. Seine Philosophie: Irgendjemand hört immer zu.

Gestresste Mütter. Mütter haben es nicht leicht. Job, Kleinkind, Supermarkt. Und danach noch in die Apotheke. Wenn das Baby auf dem Arm weint, ist Mitgefühl angesagt. Ein bisschen Trost, das gewünschte Medikament und noch ein bisschen Mut machen… Leider ist der Tag nicht endlich, weder für Mamis noch für PTA.

Der Undankbare. „Hören Sie mal, was Sie mir da letztes Mal verkauft haben, hat überhaupt nicht geholfen!“ Diesen Satz hört kein Apothekenmitarbeiter gern. Hat man doch sein Bestes gegeben und wollte helfen. Jetzt muss man völlig unverhofft und öffentlich harsche Kritik einstecken. Ein Lächeln kann Wunder wirken.

Der Jammer-Senior. Ärgerlich ist, dass es dem Kunden außer ein paar Zipperlein gesundheitlich wirklich gut geht. Andere in dem Alter hätten mehr Grund zum Jammern, tun es aber nicht. Wenn Zeit ist, hört man gerne zu und tröstet. Wenn die Offizin voll ist, wird das Gespräch schnell kaugummiähnlich. Erzählt das Gegenüber tatsächlich gerade von einer Erkältung in den 70er-Jahren?!

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
PTA, PKA, Notdienst und Filialleitung
Gehaltstarif: Mehr Geld in Nordrhein »
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Internetkonzern profitiert von Corona
Amazon: Marktplatz wächst – immer mehr Exporte»
Endfällige Darlehen mit Lebensversicherung
Apobank: Kein pauschales Risiko»
Stada-Produkt in EU zugelassen
Kinpeygo: Budesonid gegen Nephropathie»
Dimenhydrinat gegen Übelkeit und Erbrechen
Pädia: VomiSaft in Einzelfläschchen»
Behandlung von Netzhauterkrankungen
Vabysmo: Konkurrenz für Eylea»
PTA, PKA, Notdienst und Filialleitung
Gehaltstarif: Mehr Geld in Nordrhein»
Deutscher Apothekertag
Keine duale PTA-Ausbildung»
B-Ausgabe September
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»
Was wird von der Kasse erstattet
Retaxgefahr: Sprechstundenbedarf auf Rezept»