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Peinliche Panne bei ABDA-Kampagne Alexander Müller, 05.11.2016 08:01 Uhr

Berlin - Die Apotheker kämpfen für ein Rx-Versandverbot, das wird ein heißer Ritt. Die Politik ist skeptisch, die Publikumspresse sehr kritisch gestimmt. Jeder Schachzug will gut überlegt sein, gleichzeitig drängt die Zeit. Ausgerechnet jetzt ist bei der ABDA-Kampagne ein folgenschwerer Fehler unterlaufen.

Es begann mit einem Übersetzungsfehler vor dem EuGH: DocMorris hatte vorgetragen, nach dem Rx-Boni-Verbot 40 Prozent Neukunden verloren zu haben. Doch offensichtlich haben die Luxemburger Richter verstanden, die niederländische Versandapotheke habe 40 Prozent ihrer Kunden verloren. Anders lässt sich ihre vermeintlich gleichmachende Parteilichkeit nicht erklären, mit der DocMorris erlaubt wird, was in Deutschland illegal ist.

Jetzt muss der deutsche Gesetzgeber sehen, wie er auf dieses Urteil reagiert, damit es nicht zum Todesurteil für die flächendeckende Versorgung wird. Obwohl die Entscheidung für viele überraschend kam, war die ABDA vorbereitet. Wenigstens ein bisschen. Einer prophylaktischen Resolution und einem Moment des Innehaltens folgte die Ansage, nunmehr „aus allen Rohren“ zu schießen.

Die Kampagne wurde gestartet: Erst wurden Anzeigen in jenen Tageszeitungen geschaltet, die tags zuvor frohlockt hatten, dass es den Apothekern nun endlich an den Kragen gehe. Im zweiten Schritt wurden die Apotheken mit Material ausgestattet: einem doppelt gefalteten Poster und sieben Postkarten zum Verschicken an dann womöglich besorgte Abgeordnete. Viele Apotheker wunderten sich über das gewählte Motiv: ein Karabinerhaken. Die meisten von ihnen waren noch nie im Hochgebirge klettern, hätten einen Bezug zum Apothekennotdienst in der Bildsprache für zielführender gehalten.

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