Warnung vor Antibaby-Pille aus dem Internet

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Berlin - Für viele ist der Gang zum Arzt ein lästiges Übel. Rezeptpflichtige Medikamente aus dem Internet mithilfe weniger Klicks ohne ärztlichen Kontakt zu erhalten, klingt daher verlockend. Eine Firma aus Irland bietet derzeit die Antibaby-Pille auf diesem Weg an. Die Verbraucherzentrale NRW warnt.

Die Website Prio.One behandelt verschiedenste Themen rund um die Frauengesundheit. Ganz einfach können Frauen ab 18 Jahren dort auch an das Folgerezept für die Antibaby-Pille kommen. Für 6,90 Euro zuzüglich Medikamentenpreis kommt das Verhütungsmittel bequem per Post nach Hause – eine Zyklus-App gibt es obendrauf. Der Versand erfolgt noch am gleichen Tag, wenn bis 15 Uhr bestellt wird. Alternativ kann auch nur das Rezept ausgestellt werden, damit der Gang zur Apotheke vor Ort selbst erfolgen kann. Die Verschreibungsgebühr liegt bei 10 Euro zuzüglich Versand – dieser wird mit einer Dauer von circa zwei Wochen angegeben.

Mit wenigen Klicks wird man durch die Ferndiagnose geführt: Neben biologischem Geschlecht und Allergien werden auch Größe, Gewicht und Nebenwirkungen der bisherigen Pilleneinnahme abgefragt. Außerdem müssen Aussagen zu Blutdruck und Nikotinkonsum sowie Risikofaktoren und Erkrankungen gemacht werden. Im Zuge der weiteren Fragen kann ausgewählt werden, ob eine bestimmte „Marke“ bevorzugt wird oder die Frau offen für eine Beratung ist. Ist ersteres der Fall, kann hier die entsprechende Pille ausgewählt werden.

Bei einer „Beratung“ wird anhand der Angaben ein passendes Präparat ausgewählt. „Wir haben für dich ein Kombinationspräparat mit den Wirkstoffen Levonorgestrel und Ethinylestradiol ausgewählt. Hierbei richten wir uns an der S3-Richtlinie, den gültigen Leitlinien für die Verschreibung hormoneller Verhütungsmittel“, wird die Auswahl erklärt. Außerdem wird abgefragt, ob die Periode regelmäßig jeden Monat kommen soll oder nicht.

Je nachdem welche Angaben gemacht werden, wird die „Bestellung“ abgebrochen: „Leider können wir dir aufgrund deiner medizinischen Vorgeschichte keine Verhütungsmittel online verschreiben. Deine Sicherheit und Gesundheit steht für uns an oberster Stelle. Wir empfehlen dir daher, deine Hausarztpraxis oder Frauenarztpraxis in Bezug auf die Verschreibung hormoneller Verhütung sowie den entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen zu konsultieren“, so die Erklärung. Gleiches passiert auch, wenn eine Erstverschreibung ausgewählt wird.

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