VISION.A verlegt: „Spannungsbogen bleibt erhalten“ | APOTHEKE ADHOC
Interview Thomas Bellartz

VISION.A verlegt: „Spannungsbogen bleibt erhalten“

, Uhr
Thomas Bellartz erklärt, warum VISION.A 2020 verschoben wird.
Berlin -

Das Coronavirus/Covid-19 hat nun auch VISION.A „erwischt“: Die Digitalkonferenz von APOTHEKE ADHOC und Exklusiv-Presenter NOVENTI wird vom März in den Juni verlegt. Im Interview erläutert Initiator und ADHOC-Herausgeber Thomas Bellartz die Beweggründe und Folgen.

ADHOC: Warum wird VISION.A verschoben?
BELLARTZ: Die Entwicklung rund um die Verbreitung des Coronavirus ist für uns alle schwer greifbar. Wir haben uns seit Tagen damit befasst und dabei auch die teils besorgten Nachfragen von Speakern, Gästen und Dienstleistern in unsere Entscheidung mit einbezogen. Uns war wichtig, VISION.A nicht abzusagen, sondern nur zu verschieben – und damit möglichst viel Druck von allen Beteiligten zu nehmen.

ADHOC: Ist die Verschiebung unvermeidbar?
BELLARTZ: Ja. VISION.A ist ein Networking-Event, das von der Interaktion und der Nähe zwischen Speakern, Gästen und allen anderen Beteiligten lebt. Das ist eben keine panische Reaktion, sondern das genaue Gegenteil: Unsere Verantwortung als Veranstalter ist es, Risiken für alle direkt und indirekt Beteiligten und deren Unternehmen, Kolleginnen und Kollegen und Familien zu minimieren. Wir werden uns nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen, sondern bewerten die Entwicklung möglichst nüchtern. Wir möchten unseren Teilnehmern ermöglichen, voll bei der Sache zu sein, und nicht im Hinterkopf doch den einen oder anderen Gedanken wegschieben zu müssen. Nur dann macht eine solche Veranstaltung Sinn und Spaß.

ADHOC: Wäre es nicht konsequent, VISION.A 2020 komplett abzusagen?
BELLARTZ: Nein. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Lage bis Ende Juni aufgeklart hat; dann gibt es mehr Erkenntnisse zu Verbreitung & Co. Wir alle werden uns dann auf die eine oder andere Art sicherer fühlen und können uns auf die Situation einstellen.

ADHOC: Welche Reaktionen der Gäste erwarten Sie?
BELLARTZ: Natürlich wird diese Entscheidung für Enttäuschung sorgen. Das fängt übrigens bei uns selbst an. Seit fast einem Jahr haben wir die Konferenz vorbereitet, die meisten unserer mehr als 60 MitarbeiterInnen sind vor Ort im Einsatz, seit Monaten involviert. Das gilt auch für unsere Dienstleister und Partner. Grundsätzlich hoffen wir natürlich, dass unsere Gäste und Speaker unsere Entscheidung nachvollziehen können. Viele Unternehmen haben bereits in der vergangenen Woche reagiert und beispielsweise Reisetätigkeiten und Konferenzteilnahmen der MitarbeiterInnen eingeschränkt. Das zeigt, wie sensibel die Lage bereits heute ist. Wir haben uns im Übrigen sehr gefreut, dass NOVENTI als exklusiver Presenter von VISION.A die Situation identisch bewertet und die Verlegung mitträgt.

ADHOC: Was wird aus den VISION.A Awards 2020?
BELLARTZ: Der Spannungsbogen für die mehr als 30 Shortlister bleibt erhalten. Denn wir wollen die Preise in einem angemessenen Rahmen überreichen und die Preisträger und Platzierten würdigen. Deshalb heißt es auch hier: nicht aufgehoben, nur aufgeschoben. Das gilt natürlich ebenfalls für die „Party der Visionäre“ im Anschluss an die Verleihung.

ADHOC: Was bedeutet die Verschiebung für diejenigen, die Tickets gekauft haben?
BELLARTZ: Alle Tickets werden umgeschrieben, sobald wir das exakte Datum wissen. Derzeit planen wir einen neuen Termin im Zeitraum zwischen dem 22. und 26. Juni 2020. Der wird sehr kurzfristig feststehen und kommuniziert. Natürlich werden Tickets auf Wunsch storniert und der Preis komplett erstattet.

ADHOC: Rechnen Sie mit weiteren Veranstaltungen im Healthcaresektor, die abgesagt oder verschoben werden?
BELLARTZ: Das muss jeder Veranstalter letztlich für sich entscheiden. Da gibt es kein Patentrezept. Niemand wird es sich leicht machen in diesen Wochen. Beispielhaft will ich sagen, dass es für mich ganz persönlich bei unserer Entscheidung nicht um die Frage ging, ob ich selber Veranstaltungen und Events weiterhin besuche oder nicht. Es ging bei der Entscheidung um unsere Verantwortung als Veranstalter eines Events mit mehreren hundert Beteiligten. Es ist letztlich eine Frage der Perspektive.

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