Buprenorphin-Implantat

Sixmo: Substitution für unter die Haut

, Uhr
Berlin -

Buprenorphin ist ein Opioid, welches im Rahmen der Substitutionstherapie zur Anwendung kommt. Zukünftig können Betroffene auf eine implantierbare Variante des Herstellers Accord zurückgreifen. Dann entfällt die tägliche Einnahme.

Accord bringt mit Sixmo ein neues Buprenorphin-haltiges Präparat für die Substitutionstherapie auf den Markt. Buprenorphin wird bei starken akuten und chronischen Schmerzen sowie zur Opioid-Substitutionstherapie eingesetzt. Das Opioid zählt zur Stufe 3 des WHO-Stufenschemas. Behandelt werden können klinisch stabile Patient:innen über 18 Jahren, die nicht mehr als 8 mg sublinguales Buprenorphin pro Tag benötigen. Sixmo kommt als implantierbares Stäbchen auf den Markt. Analog zu Hormon-Implantaten muss Sixmo unter Lokalanästhesie an der Innenseite des Oberarms eingeführt werden.

Missbrauch oder Abhängigkeit möglich

Das Implantat verbleibt für bis zu sechs Monate im Oberarm. Alle Patient:innen sollten während der Behandlung auf Entwendung des Stäbchens oder Progression der Rauschgiftabhängigkeit überwacht werden. Durch die kontinuirliche Freigabe des Wirkstoffes können Betroffene beim Entzug unterstützt werden. Buprenorophin lindert die Entzugssymptome und den Drang andere Opioide missbräuchlich anzuwenden.

Die Wirksamkeit von Sixmo wurde in drei Studien untersucht. Innerhalb einer Vergleichsstudie mit Placebo-Implantaten zeigte sich, dass Personen unter Buprenorphin innerhalb der ersten vier Behandlungsmonate seltener zu Opioiden griffen, als die Teilnehmer:innen der Placebogruppe (40 Prozent gegenüber 28 Prozent). Im Vergleich zu sublingual angewendeten Buprenorphin zeigte sich eine vergleichbare Wirksamkeit.

Mit der Zeit nahm die Wirksamkeit von Sixmo in allen drei Studien ab. Nur bei Patient:innen, die bereits unter niedrigen Dosen Buprenorphin stabil eingestellt waren, konnte die Wirksamkeit aufrechterhalten werden – deshalb ist die Anwendung von Sixmo dieser Patientengruppe vorbehalten.

Lokale Reaktionen nach dem Einsetzen sind häufig

Lokale Reaktionen beim Einführen und Entfernen des Implantates wie Schmerzen, Juckreiz, Hämatome und Blutungen, Hautrötungen und -ausschlag an der Implantationsstelle gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Darüber hinaus treten Kopfschmerzen, Verstopfung und Schlafstörungen sehr häufig auf. Generell entsprechen die Nebenwirkungen von Sixmo den Nebenwirkungen, die für Buprenorphin-haltige Arzneimittel erwartet werden.

Sixmo kommt in einer Packungsgröße von vier Implantaten auf den Markt. Das Einsetzen und Entfernen erfolgt durch einen Arzt/eine Ärztin.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
GKV: Großhandel soll Tamoxifen bündeln
Tamoxifen: Dreifache Zuzahlung bei Stückelung»
21. und 22. Mai – Jetzt noch anmelden!
APOTHEKENTOUR: „Offenbach, wir kommen“»
Apotheken können Ausstellung abrechnen
Abgelaufene Impfzertifikate: Abrechnung und Tipps»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»