Änderung der BtM-Vorschriften

Buvidal: Injektion durch Apotheker

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Berlin -

In der Apotheke spielen beim Thema Substitution vor allem Levomethadon oder Methadon eine große Rolle. Die PTA stellt Letzeres in der Rezeptur als patientenindividuelle Lösung oder Defektur her. Die Patienten nehmen das Mittel häufig unter Sichtbezug direkt in der Apotheke ein. Durch eine Änderung der Betäubungsmittel- Verschreibungsverordnung (BtMVV) könnte bald eine neue Darreichungsform innerhalb der Substitutionstherapie Einzug in die Apotheke halten. Buvidal (Buprenorphin) wird einmal wöchentlich subkutan von Fachpersonal appliziert.

Bei Buvidal handelt es sich um eine Buprenorphin-haltige Depot-Fertigspritze. Das Präparat ist in den Wirkstärken 8 mg, 16 mg, 24 mg, 32 mg, 64 mg, 96 mg und 128 mg verfügbar. Die Formulierungen 8 bis 32 mg werden wöchentlich, alle höheren Dosierungen monatlich verabreicht. Mit Buvidal erhalten Betroffene eine mögliche Therapie, die nicht täglich eingenommen werden muss.

Ein Wechsel von Methadon auf Buprenorphin-Depot-Präparate ist möglich. Allerdings sollte die Methadon-Dosis vor Beginn der Behandlung mit Buvidal auf maximal 30 mg pro Tag reduziert werden. Zwischen der ersten Anwendung von Depot-Buprenorphin und der letzten Einnahme von Methadon/ Levomethadon sollten mindestens 24 Stunden liegen. Wichtig für die Beratung: Depot-Buprenorphin kann bei methadonabhängigen Patienten das Auftreten von Entzugssymptomen auslösen.

Die Verabreichung von Depot-Formulierungen kann den Betroffenen neue Lebensqualität zurückgeben. Ein Gabe in der Apotheke könnte unter bestimmten Vorraussetzungen ermöglicht werden. Die subkutane Anwendung eines Betäubungsmittels durch Apotheker:innen und PTA müsste nur gesetzlich festgehalten werden. Hierfür müsste ein Hinweis in der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) aufgenommen werden. Die Abda begrüßt den Vorschlag der Verabreichung in der Apotheke. Doch aktuell sieht die Zulassung eine Verabreichung durch medizinisches Fachpersonal vor. Demnach ist eine Injektion in der Apotheke nicht möglich. Erst durch die Anpassung der BtMVV wäre eine Injektion durch pharmazeutisches Personal mittels Sonderregelung zulässig.

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