Berlin -

Für OTC-Hersteller gibt es nichts Besseres als die Empfehlung durch den Arzt oder Apotheker, am besten durch beide. Die Realität für viele Produkte sieht anders aus – deshalb gibt es TV-Spots. Nur, im Fernsehen dürfen Männer und Frauen in weißen Kitteln keine Arzneimittel empfehlen. Für die Erkältungsprodukte der Marke Wick von Procter & Gamble (P&G) wirbt seit Anfang der Woche eine PTA. Damit testet der Hersteller auch die neuen Grenzen des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) aus.

Für den TV-Spot hatte P&G eigens eine Ausschreibung unter PTA durchgeführt. Von den 300 Bewerbern wurden zehn zum Casting eingeladen. Gewonnen hat Hannelore Schnitzler aus Krefeld, die jetzt den Schleimlöser von Wick anpreist. Man habe sich bewusst für eine PTA entschieden, weil diese die Kunden meistens zu Erkältungsprodukten berieten, heißt es bei P&G.

Die Wahl wirft aber auch eine interessante rechtliche Frage auf. Mit der AMG-Novelle wurde das HWG an europäisches Recht angepasst. Geändert wurde unter anderem der Passus zur Arzneimittelwerbung mit Ärzten und Apothekern. In der alten Fassung war Werbung mit Heilberuflern in „Berufskleidung“ oder in Ausübung ihrer Tätigkeit verboten. Die neue Regelung verbietet etwas allgemeiner Empfehlungen von Wissenschaftlern und „im Gesundheitswesen tätigen Personen“.

Auf den ersten Blick zählt die PTA im Wick-Spot eindeutig zu diesem Personenkreis. Allerdings ist der Begriff im Gesetz nicht definiert. Selbst Wettbewerbsrechtler sind sich daher nicht sicher, ob nur Ärzte und Apotheker gemeint sind, oder auch PTA.

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