Minikliniken bald auch in deutschen Apotheken?

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Denn die Liste offener Fragen sei noch sehr lang: Wie könnten Finanzierungskonzepte aussehen? Wie verhält es sich mit dem Makel- und Zuweisungsverbot? Wie sind die technischen Vorgaben – müsste eine solche Miniklinik beispielsweise über einen eigenen Eingang verfügen, wie es in der Schweiz der Fall ist? „Wir sind natürlich darauf bedacht, dass so etwas systemisch korrekt eingebunden wird“, sagt Dr. Stephan Pitum-Weber, der bei Medgate für den Market Access Deutschland verantwortlich ist. Auch seien andere Einbindungen der Minikliniken ebenfalls vorstellbar, beispielsweise in kleinen und mittelständischen Unternehmen. „Da ist ein enormes Einsparungspotential vorstellbar“, sagt Braun. Rein technisch jedenfalls sei schon alles bereit: „Wir haben die technischen Devices, die digitalen Strukturen und die ausgebildeten Ärzte.“ Vor allem auf letztere legt Braun großen Wert: Anders als bei anderen Telemedizinanbietern müsse jeder Arzt bei Medgate eine einmonatige Telemedizin-Schulung durchlaufen, danach eine Prüfung ablegen, werde lizensiert und danach jährlich relizensiert.

Einen Fuß im deutschen Markt hat Medgate bereits – auch wenn der Start holprig war. Ende 2019 hatte der Klinik-Konzern Rhön mit dem Schweizer Telemedizin-Anbieter ein Joint-Venture gegründet. In einer ersten Ausbaustufe sollten Patienten in dringenden oder allgemein medizinischen Fragen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen Beratungen und Behandlungen per Telefon, Video, Internet oder Smartphone-App erhalten – doch nach der Übernahme durch Asklepios stieg Rhön schon im September 2020 wieder aus.

Ähnlich ging es der Plattform Apotheken.de des Deutschen Apotheker Verlags (DAV). Der hatte mit Teleclinic kooperiert – als die jedoch von DocMorris übernommen wurde, schmiss der der DAV Teleclinic kurzerhand raus. Ersatz musste her und wurde in Medgate gefunden: Seit Oktober ist der Schweizer Anbieter nun an Apotheken.de angebunden. Dadurch sollen Patienten direkt im Anschluss an die Online-Sprechstunde ihre verschriebenen Medikamente bei der gewünschten Apotheke vor Ort bestellen können. Die Apotheke empfängt das E-Rezept wie alle Vorbestellungen über ihren Bereich Mein.apotheken.de. Einen kurzen Draht zu eine großen Netz an Vor-Ort-Apotheken, an die sich Medgate dann nach dem digitalen Anschluss auch physisch binden könnte, wäre also gegeben.

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