GSK sucht neuen OTC-Chairman

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Berlin - Erst Celesio, dann Stada, jetzt GlaxoSmithKline (GSK): Der aktivistische Investor Paul Singer hat mit seinem Hedgefonds Elliott ein neues Opfer ausgemacht. Nach seinem Einstieg beim britischen Pharmakonzern erhöht er den Druck auf den Konzern. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief wurde öffentlich Kritik an der Unternehmensführung der vergangenen Jahre erhoben. Als Konsequenz wurden unter anderem personelle Maßnahmen im Management verlangt – die das Management nun auch in Aussicht stellt.

Die offene Auseinandersetzung mit dem Management war am Markt bereits befürchtet worden, nachdem Elliott im Frühjahr bei GSK eingestiegen sein soll. Wie der Hedgefonds in dem Brief nun angab, hält er einen „substanziellen Anteil“ am Konzern. Singer gilt als gefürchteter Investor, sein Hedgefonds ist unter anderem bekannt dafür, sich bei Unternehmen einzukaufen, die er für unterbewertet hält und dann lautstark auf Veränderungen zu pochen. Hierzulande hatte sich Singer etwa vor einigen Jahren bei der
Übernahme des Generikakonzerns Stada durch Finanzinvestoren eingemischt.

GSK steckt seit einigen Jahren im Umbau und steht nunmehr vor dem entscheidenden Schritt: Der Konzern will Mitte 2022 seine OTC-Sparte abspalten und über ein direktes Listing an die Londoner Börse bringen. Der Schritt ist die entscheidende Etappe beim tief greifenden Umbau, den die seit 2017 amtierende Chefin nach ihrem Antritt angestoßen hatte. Da der Konzern im Vergleich zur Konkurrenz immer mehr zurückfiel, wurde bereits das Produktportfolio neu ausgerichtet. Auch nicht zum Kerngeschäft gehörende Marken wie etwa Abtei und das Vitaminpräparat Cetebe wurden verkauft. Der gesamte Umbau soll der „neuen GSK“ mittelfristig mehr Umsatztempo und eine höhere Profitabilität bescheren.

Elliott spricht in dem Brief nun zwar von deutlichem Kurspotenzial vor der geplanten Aufspaltung sowie danach, fordert aber auch, einen Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts nicht auszuschließen. Sollten sich hier entsprechende Optionen in den kommenden Monaten bieten, müsse das Management diese „vorurteilsfrei“ prüfen, so der Investor.

Im selben Atemzug wird das Management kritisiert, von einer „schwachen operativen Führung und Wertschaffung“ in der vergangenen Dekade ist die Rede. Das Management selbst habe dabei unter anderem durch eine unklare Finanzmarktkommunikation und eine wenig gradlinige Portfoliostrategie die Unterbewertung der Aktie verschuldet. An der Börse werde den Entscheidungen des Konzerns nicht mehr vertraut.

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