Apobank digitalisiert Kreditunterlagen – und vernichtet Originale

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Berlin - Wer einen größeren Kredit oder Teile davon von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) zu einem anderen Geldhaus umlagern will, sollte sich wohl vorab zum Verbleib seiner Unterlagen erkundigen. Ein Apothekerehepaar aus Berlin musste beim Versuch, einen Kredit abzutreten, feststellen, dass die Apobank ein entscheidendes Dokument digitalisiert hatte – an sich kein Problem, aber sie hatte das Original vernichtet, ohne ihm Bescheid zu sagen.

Eigentlich ist es ein Vorgang, von dem man als Kunde nichts mitbekommt: Eine Grundschuld wird auf einen neuen Kreditgeber übertragen und die notwendigen Dokumente im Hintergrund zwischen beiden Banken ausgetauscht. Bei einem Apothekerehepaar aus Berlin lief es allerdings etwas komplizierter. Nicht mehr lange und sie haben ihr Haus abbezahlt, für die letzten Rückzahlungen hatten sie sich eine neue Bank gesucht. „Uns war klar, dass die Apobank da bei den Konditionen nicht mit anderen Banken mithalten kann, also war es naheliegend, sich umzuschauen, was es sonst noch im Markt gibt.“

Sie wurden fündig und schlossen den Vertrag mit einer neuen Bank. Was dann passiert, ist eigentlich ein Routineprozess: Es wird vereinbart, dass die Grundschuld vom alten auf den neuen Kreditgeber übertragen wird, und dazu die Grundschuldbestellungsurkunde dem neuen Kreditgeber überlassen. Doch das konnte die Apobank nicht, zumindest nicht ganz: Denn als die neue Bank nach einer vollstreckbaren Ausfertigung der Urkunde fragte, stellte sich heraus, dass die Apobank ihre Urkunde digitalisiert und das Original vernichtet hatte, ohne dem Paar Bescheid zu geben. „Wir möchten Sie daher bitten, die Kopie dieser Urkunde zu akzeptieren“, heißt es in einem Schreiben der Apobank.

Das neue Kreditinstitut wollte sich allerdings nicht mit einer digitalisierten Version abfinden und verlangte das Original. Nach Darstellung der beiden Kunden begann damit tagelanger Stress: Sie versuchten, die Kreditabteilung der Apobank zu erreichen und die Sache zu klären. „Aber das hat nicht funktioniert, an die Kreditabteilung kommt man als Kunde nicht ran. Ansprechpartner ist immer nur der jeweilige Berater“, erzählt der Ehemann. Doch der Kundeberater sei genauso perplex gewesen. „Meinen Berater muss ich in Schutz nehmen. Er war genauso konsterniert über den Vorgang wie ich, konnte aber offensichtlich auch nicht viel machen.“

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