Cure: Digital-Konkurrenz für die Apobank

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Berlin -

Der Zeitpunkt, mit einem Finanzdienstleister im Heilberufsmarkt aufzutreten, könnte schlechter sein: Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hat durch ihr IT-Chaos seit dem vergangenen Jahr einen spürbaren Imageschaden erlitten. Nun steht Cure Finance mit einem Digital-Angebot auf der Matte – und hat mit Cassie Kübitz-Whiteley gleich noch die ehemalige Kommunikations- und Marketingchefin der Apobank mit an Bord. In Konkurrenz zum Platzhirsch will Cure allerdings gar nicht treten – das könnte sich aber mittelfristig noch ändern.

Fintech ist eine dieser Sparten, die in den letzten Jahren besonders viele Einhörner hervorgebracht hat, also Start-ups, die angesichts ihrer Größe einen besonders hohen Marktwert entwickeln. Das ist auch nicht überraschend: In kaum einem Sektor lassen sich grundlegende Prozesse so umfassend digitalisieren wie im Finanzwesen. Vom Investmentbanking bis zum Kreditsektor sind deshalb in den vergangenen Jahren die digitalen Start-ups aus dem Boden geschossen. Nur im Gesundheitswesen sieht es bisher noch recht mau aus. Hier gibt es noch keinen rein digitalen Dienstleister, der sein Angebot speziell auf die Bedürfnisse von Heilberuflern zugeschnitten hat. Genau das will Cure Finance bald ändern.

Dabei sollte der Begriff Start-up nicht in die Irre führen: Hinter Cure Finance stehen keine Wirtschaftsinformatikstudenten, sondern ehemalige Branchenmanager mit teils jahrzehntelanger Erfahrung. So war Finanzchef Wolfgang Strobel bereits Chefstratege bei Banken wie HVB, UniCredit oder DAB. Technologiechef Stefan Weiss hat bereits in den 90er-Jahren Unternehmen gegründet, später als Berater große IT-Projekte verantwortet und ist seit rund zehn Jahren als Berater vor allem für Banken und Versicherungen an internationalen Innovationsprojekten beteiligt.

Besonders viel Erfahrung mit Apothekern und Ärzten hat Kommunikationschefin Cassie Kübitz-Whiteley: 16 Jahre war sie bei der Apobank unter anderem für die strategische Steuerung der Kommunikations- und Marketingaktivitäten, die Positionierung von Marken und die Platzierung von Produkten verantwortlich. Statt weiter dem größten Geldhaus des deutschen Gesundheitswesens zu dienen, trat sie im Mai die Stelle als Sprecherin von Cure an. „Die Frage ist nicht, wie es zum Wechsel kam, sondern für mich war die Frage immer, wieso ich damals zur Apobank gegangen bin – nämlich weil ich die Vision wichtig fand, durch unsere Dienstleistung Ärzten und Apothekern die Freiheiten zu geben, sich auf das zu konzentrieren, was sie machen wollen, nämlich Heilberufler sein“, sagt sie. „Es war deshalb auch eine persönliche Entscheidung, wie ich die Ziele am besten umsetzen kann.“

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