Digital und vor Ort: „Das kann DocMorris nicht“

„Zuhause Apotheke“: Inhaber will Digitalmarke schützen lassen

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Berlin -

Die Marke „Zuhause Apotheken“ kann man sich nicht ohne Weiteres schützen lassen. Das entschied das Bundespatentgericht Ende Juni. Versucht hatte das Inhaber Dr. Arne Trettin – doch nicht etwa, um einen Verbund zu gründen, sondern um seine Aktivitäten in der digitalen Patientenversorgung unter einem geschützten Markendach zusammenzuführen. Dass das nun nicht so funktioniert, hält ihn jedoch nicht davon ab, Digitalisierung ganzheitlich zu denken.

Manchmal führt das deutsche Recht innovative Ansätze ad absurdum: Gefühlt wöchentlich gibt es neue digitale Services und Angebote für Apotheken und Patienten, die Betriebe müssen sich Mühe geben, auf Trapp zu bleiben. Wenn sie das in ein eigenes Konzept gießen und schützen lassen wollen, müssen sie aber ordentlich Geduld mitbringen. Im April 2018 hatte Trettin versucht, die Marke „Zuhause Apotheke“ beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen zu lassen. Fast ein Jahr später dann erhielt er die Nachricht, dass das aufgrund mangelnder Unterscheidungskraft teilweise zurückgewiesen wurde, und zwar für eine Reihe von Verwendungsfeldern wie Online-Versandhandelsleistungen mit Arzneimitteln, Hygienepräparaten, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel, aber auch für pharmazeutische Dienstleistungen.

Dabei sind es genau die Bereiche, für die sich Trettin die Marke sichern lassen wollte. Denn mit seinen beiden Ernst-August- und seiner Alpha-Apotheke in Hannover gibt er sich seit Jahren Mühe, bei digitalen Dienstleistungen am Puls der Zeit zu bleiben – doch vieles blieb Stückwerk, Trettin hat sich vorgenommen, die einzelnen Leistungen aus digitaler und wohnortnaher Versorgung unter einem einheitlichen Konzept zusammenzuführen und das gegenüber den Kunden auch so zu präsentieren. „Es fing irgendwann an mit der Überlegung, dass wir ja Botendienst machen und auch ein bisschen Versand, dann kam Telepharmazie hinzu, es gibt digitale Vorbestellungen und auch telefonisch sind wir ja immer zu erreichen“, erzählt Trettin. „Wir wollen uns der Digitalisierung aktiv stellen und fragen uns, wie wir die Menschen zuhause erreichen können. Irgendwann fiel dann mal in einer Runde der Satz, dass wir doch eigentlich eine Zuhause-Apotheke sind.“

Damit war der Begriff geboren. Die Idee dahinter sei gewesen, nicht mehr nur einzelne Dienstleistungen und Angebote zu bewerben, sondern gegenüber den Kunden im Marketing auszudrücken, dass auch Apotheken heutzutage digitale Unternehmen sind und dieselbe Convenience bieten können wie die groß0en Versender – und sogar noch mehr.

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