Apotheken-Kaufpreise um 44 Prozent gestiegen

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Berlin - Es werden kaum noch neue Apotheken gegründet. Laut Statistik der Apobank werden meist Betriebe übernommen – und immer teurer. Der durchschnittliche Kaufpreis ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und der Frauenanteil unter den Neugründern sinkt.

Mit durchschnittlich 528.000 Euro zahlten Apotheker:innen 2020 deutlich höhere Kaufpreise als in den Vorjahren. 2019 lag der Mittelwert noch bei 367.000 Euro, das entspricht einem Anstieg von 44 Prozent. Allerdings lagen sie im Jahr davor schon einmal bei 458.000 Euro. Dennoch: Die Gesamtinvestitionen sind 2020 extrem gestiegen: Inklusive Warenlager und weiterer Investitionen für beispielsweise Umbaumaßnahmen, Geschäftsausstattung oder IT beziffert die Apobank diese auf 671.000 Euro.

Apothekenneugründungen, derzeit überwiegend in neuen Einkaufszentren oder Ärztehäusern, waren mit 545.000 Euro deutlich günstiger, wobei auch hier eine Tendenz zu steigenden Investitionen erkennbar ist. Im vergangenen Jahr haben sich allerdings nur 5 Prozent der Gründer:innen für einen ganz neuen Standort entschieden. 63 Prozent übernahmen dagegen eine bestehende Apotheke, weitere 26 Prozent als Filialgründung.

„Schon seit Jahren beobachten wir, dass die Bandbreite der gezahlten Übernahmepreise groß ist. Für 2020 fällt auf, dass insbesondere in dem hohen Preissegment der Anteil an Apothekenübernahmen deutlich zugenommen hat“, sagt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apobank. Im vergangenen Jahr seien besonders viele große Apotheken an die nachfolgende Generation übergeben worden. „Jeder dritte Existenzgründende zahlte einen Übernahmepreis jenseits der 600.000 Euro. Auf der anderen Seite ging der Anteil im unteren Preissegment unter 150.000 Euro spürbar auf 16 Prozent zurück. Gerade durch diese Entwicklungen ist der deutliche Anstieg der durchschnittlichen Übernahmepreise insgesamt nachvollziehbar“, so Zehnich.

Da die Zahl der Filialverbünde seit Jahren steigt, spielen sie auch bei den Übernahmen eine immer größere Rolle. Von allen Apotheken, die 2020 übernommen wurden, waren 29 Prozent Teil eines Verbundes. In der Regel wurden zwei, teilweise auch drei Apotheken übernommen. Die Kaufpreise dafür sind laut Apobank ebenfalls deutlich gestiegen: Sie beliefen sich 2020 im Schnitt auf mehr als 1,5 Millionen Euro.

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