300 Euro: Noweda kassiert „SPA-Beitrag“

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Berlin - Der Großhändler Noweda erhöht die Gebühren: Ab Mai erhebt die Genossenschaft einen „strukturpolitischen Anpassungsbetrag (SPA)“ in Höhe von 300 Euro monatlich, allerdings nicht von allen Kunden. Die Apotheken wurden je nach bestehender Konditionvereinbarung angeschrieben. Der Großhändler begründet die Maßnahme mit den negativen politischen Vorgaben. Bereits im April wird der Vorauskassenzins angepasst. Doch mit diesem Schritt ist die Noweda nicht allein: Mitbewerber Phoenix hat schon im März auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert.

Das Marktumfeld der Großhändler unterliege bereits seit längerer Zeit „dramatischen strukturellen Veränderungen“, schreiben Noweda-Vorstand und Verkaufsleitung an betroffene Apotheken. „Diese Veränderungen belasten die Unternehmen und damit auch die Noweda ganz erheblich.“ Immer mehr gesetzliche Auflagen im Bereich der Arzneimittelsicherheit wie Securpharm und die GDP-Richtlinien erforderten Investitionen in großem Umfang und erhöhten die Betriebskosten zudem erheblich.

Zudem sei der Mindestlohn zum dritten Mal erhöht worden und betrage seit Jahresbeginn 9,35 Euro brutto pro Stunde. „Darüber hinaus entzieht der stetig wachsende Anteil des Direktgeschäfts dem Großhandel wichtige Umsätze und hat mittlerweile einen Marktanteil von nahezu 18 Prozent erreicht“, beklagt die Noweda. Die daraus resultierenden Belastungen habe man seit geraumer Zeit allein getragen, „durch strenge Kostendisziplin und Effizienzprogramme“.

Doch das reicht nun offenbar nicht mehr: Um einen Teil der zusätzlichen Kostenbelastungen aufzufangen, müsse man die Apotheken ab Mai mit SPA-Betrag in Höhe von 300 Euro monatlich beteiligen. „Die mit Ihnen vereinbarten Konditionen bleiben im Übrigen selbstverständlich unverändert“, heißt es abschließend.

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