USA

Daraprim: Shkreli knickt ein APOTHEKE ADHOC, 25.09.2015 08:08 Uhr

Berlin - Der Gegenwind aus dem Internet hat Martin Shkreli offenbar beeindruckt. Nachdem bekannt geworden war, dass er den Preis für das Toxoplasmose-Mittel Daraprim (Pyrimethamin) auf 5555 Prozent erhöht hat, war ein regelrechter Shitstorm über den CEO von Turing Pharmaceuticals hereingebrochen. Gegenüber dem Nachrichtensender NBC News erklärte er jetzt, den Preis wieder senken zu wollen. Der neue Preis sei noch nicht bekannt, eine Entscheidung werde in den nächsten Wochen fallen.

Turing Pharmaceuticals kaufte Daraprim im August. Über Nacht explodierte der Preis des Präparats: Statt 13,50 US-Dollar (rund 12 Euro) sollte Daraprim nun 750 US-Dollar (etwa 670 Euro) kosten. Patienten, Pharmabranche und Experten machten ihrer Empörung vor allem im Internet Luft.

Sie warfen dem ehemaligen Hedgefonds-Manager Shkreli vor, er mache ein Geschäft mit Schwerstkranken. Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg rechtfertigte er sich, man habe das Arzneimittel profitabel machen müssen. Die früheren Lizenzinhaber hätten das Arzneimittel bislang verschenkt.

Eine Therapie mit bis zu 100 Tabletten habe es um die 1000 Dollar gegeben – für ein lebensrettendes Medikament. Krebsmedikamente kosteten 100.000 Dollar und mehr, argumentierte Shkreli, andere Mittel gegen Infektionskrankheiten bis zu einer halben Million. Auch der heutige Preis für Daraprim sei im Vergleich zu Mitbewerbern noch zu niedrig.

Nun ruderte Shkreli zurück: Man habe versucht, den Menschen begreiflich zu machen, wie es zu der Preiskalkulation komme, sei aber damit gescheitert. „Ich glaube, es ist sinnvoll, auf die Wut der Menschen mit einer Preissenkung zu reagieren.“ Shkreli sagte, der Preis würde auf ein Niveau gesenkt werden, das dem Unternehmen immer noch erlaube, Profit zu machen, aber mindestens den Break-even zu erreichen.

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