USA

Daraprim: Preisanstieg um 5555 Prozent APOTHEKE ADHOC, 23.09.2015 11:43 Uhr

Berlin - Was darf ein lebenswichtiges Medikament kosten? Seit Sovaldi (Sofosbuvir) ist die Preispolitik der Hersteller ein öffentliches Thema. In den USA hat jetzt ein kleines Start-up die Debatte neu entfacht. Vor wenigen Wochen kaufte Turing Pharmaceuticals das Toxoplasmose-Mittel Daraprim (Pyrimethamin). Über Nacht explodierte der Preis für das Mittel, das vor allem bei HIV-Patienten eingesetzt wird: Statt 13,50 US-Dollar (rund 12 Euro) kostet eine Dosis nun 750 Dollar (etwa 670 Euro) – ein Anstieg von 5555 Prozent. Der Firmenchef verteidigt sich.

Martin Shkreli, ehemaliger Hedgefonds-Manager und CEO von Turing Pharmaceuticals, wird für seine Strategie scharf kritisiert. Ihm wird vorgeworfen, er mache ein Geschäft mit Schwerstkranken. Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg rechtfertigte sich Shkreli, man habe das Arzneimittel profitabel machen müssen. Die früheren Lizenzinhaber hätten das Arzneimittel bislang verschenkt.

Eine Therapie mit bis zu 100 Tabletten habe es um die 1000 Dollar gegeben – für ein lebensrettendes Medikament. Krebsmedikamente kosteten 100.000 Dollar und mehr, argumentiert Shkreli, andere Mittel gegen Infektionskrankheiten bis zu einer halben Million. Auch der heutige Preis für Daraprim sei im Vergleich zu Mitbewerbern noch zu niedrig.

In der Herstellung koste Daraprim etwa einen Dollar, den höheren Ertrag wolle Turing investieren in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. „Die Patienten verdienen ein sicheres, hochwirksames Arzneimittel. Das heutige Daraprim ist sieben Jahre alt.“ Man wolle an der Verbesserung des Arzneimittels arbeiten – und das koste eben viel Geld. Es sei also nur fair, den Preis zu erhöhen, das sei langfristig eine Entwicklung zum Wohle der Patienten, von denen es laut Shkreli zwei Milliarden gebe: „Das ist eine tickende Zeitbombe.“

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