Apotheke als Praxis-Vorzimmer

, Uhr

Berlin - In der „Walk-in-Praxis“ in Chur arbeiten seit Anfang Februar Ärzte und Apotheker zusammen. Dabei erfüllen die Apotheker eine Art Gatekeeper-Funktion. Das neue Angebot richtet sich an Menschen, die keinen Hausarzt haben oder lange auf einen Termin warten müssen. 

Wie in Deutschland macht man sich auch in der Schweiz Gedanken, wie die Hausarztversorgung in Zukunft flächendeckend sichergestellt werden soll. Es gibt immer weniger Allgemeinmediziner, vor allem auf dem Land. Und die Aussichten sind nicht besser: In den kommenden fünf Jahren sollen allein in Chur rund ein Dutzend Hausärzte in Rente gehen. Um dem etwas entgegenzusetzen, erweitert das „Medizinische Zentrum Gleis d“ sein Angebot: „Medi Porta – Arzt und Apotheke gleis d“ nennt sich das neue Konzept, das sich im Erdgeschoss des Ärztehauses in der Nähe des Bahnhofs in Chur befindet.

„Im Kern sind wir eine Walk-in-Arztpraxis mit öffentlicher Apotheke“, erläutert Stefanie Berger, Apothekerin und Geschäftsführerin von Medi Porta. Das Angebot richte sich in erster Linie an Patienten mit akuten Beschwerden, die entweder keinen Termin beim Hausarzt bekommen oder gar keinen Hausarzt haben. Auch wenn der Hausarzt beispielsweise im Urlaub ist und keine Sprechzeiten anbietet, können sich Patienten ohne eine Voranmeldung an die Walk-in-Praxis wenden.

Im ersten Schritt werden sie in der Apotheke, die dem Behandlungszimmer des Arztes vorgelagert ist, empfangen und haben die Möglichkeit, sich dort beraten zu lassen. „Wenn notwendig, ziehen wir dann einen unserer Ärzte hinzu“, sagt Berger. Grundsätzlich habe aber der Patient freie Wahl, ob er sich vom Apotheker oder Arzt beraten lassen möchte. „Will ein Patient unbedingt den Arzt sehen, dann darf er das auch“, betont sie. Ist die Beratung des Apothekers gegenüber dem Patienten ausführlicher, sei diese kostenpflichtig. Wenn die Beschwerden aber komplexer sind und der Arzt übernimmt, fallen beim Apotheker keine Kosten an, ergänzt die Geschäftsführerin.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Magnesium als Gratiszugabe
Sanicare verschenkt Doppelherz»
Am letzten Tag der Coupon-Aktion
OLG Düsseldorf erlaubt FFP2-Rabatt»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B